Aufregung im Nachbarland: In Polen empören sich rechte Politiker über die Anwesenheit von deutschen Soldaten und Militärfahrzeugen, die aktuell in größerer Zahl in Warschau und auf den Straßen zu sehen sind.
Unter anderem der rechte Abgeordnete Konrad Berkowicz hat auf X ein Video von Bundeswehr-Soldaten gepostet. Dazu schrieb er: „Das ist Warschau – und die Bundeswehr auf seinen Straßen. Donald Tusk hat hier Verstärkung aus Deutschland herangeholt.“ Weiter heißt es in dem Video, das Bundeswehr-Fahrzeuge auf den Straßen zeigt, dass die EU deutsche Truppen nach Polen entsenden würde.
Polens Rechte werfen dem liberalkonservativen Regierungschef Tusk vor, eine Marionette der Bundesregierung zu sein. Angesichts der seit Tagen anhaltenden Turbulenzen um das polnische Verfassungsgericht wurde kürzlich in sozialen Medien von rechten Kreisen auch die Falschnachricht verbreitet, Tusk habe deutsche Polizisten zur Hilfe geholt, um den Gerichtshof vor Demonstranten zu schützen.
„Vertreter der Bundeswehr paradieren in Warschau“
Auch Abgeordnete der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS verbreiteten in sozialen Netzwerken die Bilder von deutschen Soldaten in Polen. „Bevor Vertreter der Bundeswehr in Warschau paradieren, sollte der deutsche Staat grundlegende Fragen beantworten: Wann werdet ihr Tausende von unrechtmäßig geraubten polnischen Kulturgütern und Kunstwerken zurückgeben? Wann wird Berlin Polen die fälligen Kriegsreparationen für das Blutbad des Zweiten Weltkriegs zahlen?“, schrieb der PiS-Abgeordnete Dariusz Matecki auf X.
Die deutsche Botschaft in Warschau versucht unterdessen, die Gemüter zu beschwichtigen, und teilt auf X mit, aktuell lade man zu Feierlichkeiten anlässlich des 71. Gründungstages der Bundeswehr ein. Dies sei nicht ungewöhnlich, sondern „ein bewusstes Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für die zentrale Bedeutung Polens an der Nato-Ostflanke.“
In ihrer Mitteilung betonte die deutsche Botschaft, die aktuelle Präsenz der Bundeswehr habe rein zeremoniellen Charakter im Rahmen der Feierlichkeiten. Jegliche Desinformation, die eine Involvierung Deutschlands in innenpolitische Angelegenheiten Polens suggeriere, weise man strikt zurück. Das Statement verwies zudem auf die militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, etwa den Einsatz von Bundeswehr-Pionieren bei der Befestigung der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad.
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