Die Nachfrage nach KI scheint weiter ungebremst - das legen die jüngsten Quartalszahlen von Nvidia nahe. Die Aktien weiterer Schwergewichte aus dem Sektor wie Amazon, Alphabet und Broadcom legen deutlich zu. Dow Jones und S&P-500 erklimmen neue Rekordstände.
Nach den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia hat die Wall Street neue Rekorde aufgestellt. Zwar waren die Ergebnisse des KI-Chip-Herstellers am Vorabend hinter den Erwartungen der Anleger zurückgeblieben. Sie bestätigten jedoch, dass die Ausgaben für Infrastruktur im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) weiter hoch sind.
Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,2 Prozent auf 45.637 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,5 Prozent auf 21.705 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 6502 Stellen zu. Dow und S&P verzeichneten damit neue Schlussrekorde.
Die Aktie von Nvidia selbst gab allerdings um 0,8 Prozent nach. Der führende Entwickler von KI-Chips hatte wegen der Handelsunsicherheiten zwischen den USA und China potenzielle China-Umsätze aus seiner Quartalsprognose ausgeklammert. Anleger interpretierten den Bericht als Bestätigung für eine weiter starke KI-Nachfrage. Andere Schwergewichte aus dem Sektor legten ebenfalls zu: Die Papiere von Alphabet gewannen zwei Prozent, Amazon stiegen um 1,1 Prozent und der Chiphersteller Broadcom zog um 2,8 Prozent an.
"Nvidia ist Ausnahmeerscheinung"
"Nvidia ist eine solche Ausnahmeerscheinung, dass man die Zahlen nur im Vergleich zu den schier unmöglichen Erwartungen als enttäuschend bezeichnen kann", sagte Ross Mayfield, Anlagestratege bei Baird. "Es ist klar, dass der wichtigste strukturelle Treiber dieses Marktes, nämlich die KI, nicht verschwinden oder sich abkühlen wird."
Angespannt blieben die Investoren wegen der nahenden Ratssitzung der US-Notenbank Fed im September, bei der erstmals in diesem Jahr die Zinsen gesenkt werden dürften. Händler schätzen die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt auf rund 89 Prozent. Unerwartet niedrige wöchentliche Anträge auf Arbeitslosenhilfe sowie erholte Unternehmensgewinne im zweiten Quartal linderten die Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung.
Fed-Diskussion setzt Dollar unter Druck
Im Fokus stehen nun die anstehenden Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE), dem bevorzugten Inflationsmaß der Fed. Ein überraschender Anstieg der Teuerung könnte die Zinssenkungshoffnungen dämpfen. Der Dollar geriet angesichts der anhaltenden Diskussion um die Unabhängigkeit der Fed unter Druck. Der Dollar-Index gab 0,2 Prozent auf 97,885 Punkte nach. Die von US-Präsident Donald Trump beschlossene Entlassung der Fed-Direktorin Lisa Cook wird nun vor Gericht verhandelt.
Für gute Stimmung sorgten hingegen Bilanzen im Technologiesektor. Die Aktien von Snowflake legten um 20,3 Prozent zu, nachdem das Datenanalyse-Unternehmen seine Umsatz- und Margenprognose angehoben hatte. Hintergrund ist die starke Nachfrage nach Datenanalysediensten, die durch steigende Ausgaben für KI angetrieben wird.
Auch die Aktien von HP legten nach besser als erwarteten Quartalszahlen um 4,6 Prozent zu. Der Computerhersteller profitierte von einer wachsenden Nachfrage nach KI-gestützten PCs. Die Papiere des Lebensmittelkonzerns Hormel Foods brachen dagegen nach einer gesenkten Gewinnprognose um 13,1 Prozent ein.
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