Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) hat nach verlustreichen Immobiliengeschäften in den USA Compliance-Verstöße im eigenen Haus eingestanden. „Es wurden Compliance-Verstöße durch externe Experten festgestellt“, sagte Axel Uttenreuther, Chef des größten deutschen Versorgungswerks im Gespräch mit WELT AM SONNTAG. „Sie geben Hinweise auf ein aus unserer Sicht nicht angemessenes Näheverhältnis.“ Die BVK verfolge so etwas hart, und es führe zu unmittelbaren Konsequenzen. „Darüber hinaus haben wir selbst die Staatsanwaltschaft informiert – nicht auf Druck Dritter, sondern proaktiv.“ Ob der Vorgang strafrechtlich relevant sei, lasse sich derzeit nicht sagen.
Die BVK hat in den USA gut 800 Millionen Euro in vier schlecht laufende Immobiliengeschäfte an Standorten wie Miami und New York investiert. Vom zuständigen Immobilienchef hat sich das Haus mittlerweile getrennt. Er wiederum soll den Kontakt zum US-Immobilienentwickler Michael Shvo gehalten haben, der wegen steuerrechtlicher Probleme bereits mit dem US-Gesetz in Konflikt geriet. Die öffentlich-rechtliche BVK, die dem Innenministerium des Freistaats Bayern untersteht, war mit ihren US-Problemen auch Thema im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags.
Uttenreuther wies darauf hin, dass die zwei bislang in den USA anhängigen Klagen mittlerweile von der Klägerseite zurückgenommen worden seien. Zugleich gab er zu, dass es bei den betroffenen Immobilienprojekten in den USA zu Verlusten kommen werde. „Klar, uns schmerzt jeder Euro oder Dollar, den wir verlieren“, sagte er. Die Verluste würden aber durch Erträge aus anderen Anlagen kompensiert. „Die Altersvorsorge unserer Versicherten war und ist sicher.“
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