Ich könnte mir Schöneres vorstellen, als nach einem langen Arbeitstag zu Hause angekommen, zuallererst nach Hinterlassenschaften meines Katers in seiner Katzentoilette zu schürfen. Was, wenn mir diese Aufgabe eine Maschine abnähme?
Der Litter Robot verspricht genau das. Also teste ich das Gerät des US-amerikanischen Herstellers Whisker. Als der Karton des Modells Litter Robot 4 geliefert wird, bin ich kurz geschockt. Er ist in etwa so groß wie eine Waschmaschine. Auch nach dem Auspacken ist die elektrische Katzentoilette größer, als ich von den Produktfotos samt Katzen gedacht hätte. Vielleicht sind es besonders große Tiere auf den Werbebildern? Das Gerät ist jedenfalls 56 Zentimeter breit, 75 Zentimeter hoch und knapp 69 Zentimeter tief.
Der Litter Robot 4 braucht vergleichsweise viel Platz
Das stellt mich vor die erste Herausforderung: Die sich selbstreinigende Katzentoilette sollte optimalerweise an denselben Ort der alten analogen Toilette gestellt werden. So ist es wahrscheinlicher, dass das Haustier auch weiß, wo es hinmachen soll. Nur habe ich nicht genug Platz. Die Gerätschaft passt unmöglich unter das Handwaschbecken im Badezimmer. Und auch im Rest der Wohnung möchte ich zumindest nicht sichtbar ein vergleichsweise großes Gerät stehen haben, in dem mein Kater seine Geschäfte verrichtet. Also räume ich die an die Küche angrenzende Kammer frei. Ein Tageswerk.
Erst danach stelle ich fest, dass das Gerät nicht durch die schmale Tür zur Kammer passt. Als ich den Litter Robot auseinander gebaut habe, passen die einzelnen Teile glücklicherweise durch die Tür. Das Gerät ist dann schnell wieder in der Kammer zusammengebaut. Dabei merke ich, dass es größtenteils aus Plastik besteht. Das ist sicher gut zum Reinigen und lässt den Litter Robot auch nicht unnötig schwer werden. Allerdings wirken die Spaltmaße zwischen den Bauteilen nach dem Zusammensetzen etwas ungleichmäßig. Kleiner Punktabzug bei der gefühlten Wertigkeit.
Für das Setup sollte man etwas Zeit einplanen
Der Litter Robot funktioniert, indem nach jedem Toilettengang die Trommel des Geräts rotiert und saubere Streu vom Klumpenabfall getrennt wird und dieser in eine separate Auffangschublade nach unten befördert wird. Dem Produkt ist eine knappe Bedienungsanleitung in vielen verschiedenen Sprachen beigefügt. Die deutsche Version trägt den Titel „Stellstartanleitungrapide“. Das klingt schräg, vielleicht maschinell übersetzt? Auch andere Formulierungen klingen ähnlich. Man versteht aber immer, was gemeint ist.
Damit mein Kater wiederum versteht, dass das große runde Gerät künftig seine Toilette sein soll, platziere ich das alte Katzenklo am neuen Platz in der Kammer unmittelbar vor dem Litter Robot. Wenn der Kater die neue Location für sein Geschäft abgespeichert hat, geht er hoffentlich in die Litter Box, wenn das alte Klo weg ist, so mein Plan. Da keine Steckdose in der Kammer ist, spanne ich das relativ kurze Kabel zur Steckdose außerhalb der Kammer. Das sieht nicht allzu hübsch aus, weil ich nun die Kammertür nicht komplett schließen kann. Wer keinen Verlängerungskabelsalat möchte, müsste bei der Platzwahl des Katzenklos also unbedingt bedenken, dass eine Steckdose in der Nähe ist.
Die gute Nachricht für Menschen, die kein Smartphone besitzen oder vielleicht keine Lust auf eine weitere App haben: Man kann die Katzentoilette offenbar auch ohne App anwenden. Allerdings wird man in der Bedienungsanleitung dazu aufgefordert, die Whisker-App herunterzuladen. Das tue ich. So kann ich auf die Funktionen künftig auch von unterwegs zugreifen.
Für die Verbindung der Katzentoilette mit dem Smartphone muss die Bluetooth-Verbindung aktiviert sein. Dann soll der Gerätecode mit dem Handy gescannt werden. Der Code befindet sich entweder auf der Rückseite des Litterrobots. Da komme ich, ohne das Gerät umständlich in der engen Kammer wieder vom Strom abzustöpseln, nur schwer ran. Zum Glück steht er auch auf dem Karton, in dem das Gerät geliefert wurde.
Etwas irritierend ist, dass die verschiedenen Knöpfe auf dem Litter Robot auf Englisch beschriftet sind, in der Bedienungsanleitung allerdings beispielsweise von „Verbinden“ die Rede ist, während auf dem Gerät „Connect“ steht. Nach mehrmaligem An- und Ausschalten funktioniert der „Connect“-Knopf. Dann soll eine Verbindung mit dem WLAN aufgebaut werden. Die Schritte werden alle nach und nach in der App angezeigt und sind recht selbsterklärend. Es bedarf bei mir allerdings einiger Anläufe, bis es auch klappt.
Der Litterrobot funktioniert am besten mit Bentonit-Streu
Eine kleine Umgewöhnung beim Litter Robot ist für meinen Kater, dass nur Bentonit-Streu verwendet werden soll, keine Holz-Streu. Laut Bedienungsanleitung klumpt diese nämlich mit dem Urin und Kot der Tiere nicht auf die gewünschte Art, kann also nicht ausgefiltert werden. Damit mein Kater nicht vollends verwirrt wird – neue Toilette, neue Location –, mische ich etwas Holzstreu unter das Bentonit im alten Katzenklo. Den Litter Robot befülle ich mit ausschließlich Bentonit-Streu.
Laut Anleitung soll die Streu bis zur Markierung in die Trommel des Litter Robots gefüllt werden. Bei der ersten Umdrehung, die automatisch einsetzt, fällt allerdings der Großteil der Streu ins untere Fach. Zu dem Zeitpunkt ist mir noch gar nicht per Anleitung oder App gesagt worden, dass ich eine Tüte in die Auffangschale einlegen muss. Ich leere die Auffangschale also aus und lege eine Tüte ein. Ich merke mir, dass ich offenbar zu viel Streu eingefüllt habe.
Gleichzeitig frage ich mich, ob die optimale Menge an Streu für nur einige Tage reicht, das Gerät mir also das Leben leichter macht oder ich bald allzu regelmäßig Streu nachfüllen muss. Nach dem zweiten Reinigungszyklus ist der Abfall-Stand laut App bereits nur noch bei 52 Prozent. Muss ich, statt zu schaufeln, bald noch öfter den Müll raustragen? Zum Glück nicht. Bis auf ein paar Körner ist nichts in der Auffangschublade. Anscheinend ist die Anzeige des Füllstands nicht ganz akkurat. Ziemlich genau scheint dagegen das Gewicht meines Katers, das ich über die App beobachten kann. Nach Eingabe seines Namens und auch des Geräts ist das Setup abgeschlossen.
Man kann den Litter Robot in den Schlafmodus versetzen
Da der Kater anfangs noch bei jedem Reinigungszyklus aufschreckt, versetze ich die App in den Schlafmodus in der Zeit, in der ich nicht gestört werden möchte. Das funktioniert unter dem Punkt Steuerelemente in der Whisker-App. Auch die Beleuchtung der Trommel kann dort angepasst werden.
Außerhalb des Schlafmodus vollzieht das Gerät jedes Mal, wenn die Katze in die Trommel klettert und wieder herauskommt, automatisch einen Reinigungszyklus – und ich bekomme eine Notification auf dem Smartphone. Mein Kater ist offenbar sehr neugierig auf den Toiletten-Roboter, ich habe zig Benachrichtigungen über den Tag verteilt auf dem Handy. Er scheint das Gerät angenommen zu haben. Und auch ein Blick in die Auffangschale nach drei Tagen bestätigt das.
Die mitgelieferten Mülltüten haben ein recht breites flaches Format. Über die App können sie nachbestellt werden, genauso Geruchsfilter. Man könnte wohl auch handelsübliche Mülltüten nutzen, um Geld zu sparen. Um die gesamte Streu auszuwechseln, drücke ich einfach den entsprechenden Knopf am Gerät. Mit einem feuchten Tuch lässt sich die Trommel dann gut säubern.
Recht teures, aber nützliches Gerät
Mein Fazit: Wer nicht viel Zeit hat und vor allem eine Katze, die nicht in den Garten kann, für den kann der Litter Robot 4 eine große Erleichterung bringen. Dabei sind für mich zwei Punkte wichtig zu beachten: Der Preis von 899 Euro und ob man genug Platz hat, um das große Gerät einigermaßen außer Sichtweite zu platzieren.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.
Uta Weisse verantwortet als Redakteurin die Titelthemen Wirtschaft und Innovation bei WELT/WELT AM SONNTAG und Business Insider Deutschland.
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