Die Furcht vor einem Ölpreisschock durch die Eskalation ​im Nahen Osten drückt den Dax nach unten. Der ⁠deutsche Leitindex fällt zur Eröffnung am Montag um 2,3 Prozent auf 24.705 Punkte.

Bei den Einzelwerten rutschten Lufthansa-Aktien in der Spitze mehr als elf Prozent ab. Reiseveranstalter Tui büßte zeitweise knapp zehn ‌Prozent ein. Zu den größten Dax-Verlierern ⁠gehörte ​auch die Deutsche Bank mit einem Minus von rund ⁠vier Prozent.

Gefragt waren dagegen Rüstungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt, deren Aktien sich um bis ‌zu sechs beziehungsweise ⁠mehr ‌als ​acht Prozent verteuerten. ⁠Die Ölpreise ​zogen zeitweise mehr als zwölf Prozent ‌an.

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Der Goldpreis stieg am Montag zeitweise um 2,5 Prozent auf mehr als 5410 Dollar je Unze. Gold profitiere besonders dann, wenn an den Märkten das Sentiment „Risikoprämie zuerst, Fundamentaldaten später“ herrscht, merkt das Franklin Templeton Institute an. Ende Januar hatte der Goldpreis den Rekordwert von über 5595 Dollar je Unze erreicht.

Erdgas-Preis schnellt nach oben

Der Großhandelspreis für Erdgas ist kräftig gestiegen. Zum Handelsauftakt am Montag sprang die Notierung für den richtungweisenden Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 39,85 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa 25 Prozent mehr als am Freitag und der stärkste Preissprung seit August 2023.

Damit ist europäisches Erdgas so teuer wie zuletzt im Januar, als niedrige Temperaturen in weiten Teilen Europas und vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher den Preis zeitweise über 40 Euro getrieben hatten. Im Februar waren die Notierungen wieder spürbar bis auf etwa 30 Euro je Mwh zurückgegangen. Wegen langfristiger Kontrakte dauert es üblicherweise eine Weile, bis Energieversorger Preisänderungen im Großhandel an Privatkunden weiterreichen.

Spritpreise an den Tankstellen steigen

Angesichts des Kriegs in Nahost steigen auch die Preise an deutschen Tankstellen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Super E10 1,6 Cent mehr als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich um 1,3 Cent. Aussagen zum Montag sind angesichts der im Tagesverlauf stark schwankenden Spritpreise bisher noch kaum aussagekräftig.

Der bisherige Anstieg bei den Spritpreisen fiel dabei deutlich schwächer aus als bei Rohöl oder Heizöl, die jeweils deutlich zulegten. Dazu könnte beigetragen haben, dass der Spritpreis zuletzt nach damaliger Einschätzung des ADAC im Vergleich zu Ölpreis und Dollarkurs bereits verhältnismäßig hoch war. Dennoch sei zu befürchten, dass die Preise noch weiter steigen würden, sagte ein Sprecher aktuell.

Die Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024.

Der Ölpreis ist – in Kombination mit dem Dollarkurs – typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat.

Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.

Allerdings hat der Ölverbund Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Der Schritt war aber nicht mit der aktuellen Eskalation begründet worden.

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