Angesichts der hohen Krankenstände in den Betrieben hat der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Udo Dinglreiter, Karenztage und weitere Maßnahmen angeregt. „Krankenstände von 20 Prozent kann sich das Land nicht leisten“, sagte Dinglreiter der „Rheinischen Post“. „Wir sollten die telefonische Krankschreibung abschaffen, denn es hilft auch Arbeitnehmern, wenn sie einen Arzt sehen“, betonte er.
Weiter schlug er vor, dass die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verschärft wird: „Karenztage können eine Lösung sein. Andere Länder machen es vor: Hier zahlt der Arbeitgeber erst nach ein bis drei Tagen. Wenn es hilft, den Krankenstand zu senken, sollten wir uns das anschauen“, sagte Dinglreiter. Ähnlich hatte sich auch Arbeitsgeberpräsident Rainer Dulger geäußert und eine Lohnfortzahlung erst ab dem zweiten Krankheitstag gefordert.
Dem Gesamtmetall-Chef zufolge sollten für ein effizientes Gesundheitswesen auch die Zuzahlungen der Kassenpatienten bei Krankenhäusern erhöht werden. „Die Zuzahlung ist seit Einführung 2004 nicht erhöht worden. Eine Anpassung an die Inflation auf 15 Euro pro Tag wäre sinnvoll. Die Zuzahlung kann helfen, das Gesundheitswesen effizienter zu machen“, sagte Dinglreiter. Er unterstützt damit die Forderung der Arbeitgeberverbände (BDA), die Zuzahlung bei Krankenhäusern von zehn auf 15 Euro pro Tag zu erhöhen.
Hintergrund der Debatte ist ein Anstieg der Fehlzeiten seit dem Jahr 2022. Im Jahr 2024 haben Arbeitgeber laut Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) rund 82 Milliarden Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gezahlt.
Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verursachten Fehltage im Jahr 2024 Produktionsausfälle von insgesamt 134 Milliarden Euro. Demnach war im Jahr 2024 jeder Beschäftigte im Durchschnitt 20,8 Tage krank.
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