Die Ölpreise setzen wegen der sich verschärfenden Lage im Nahen Osten ihren Höhenflug fort. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar. Das Niveau konnte er aber nicht ganz halten, lag allerdings am Morgen mit etwas mehr als 115 Dollar immer noch 24 Prozent im Plus.
Damit kletterte der Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2022. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus auf fast 60 Prozent.
Noch etwas stärker fiel der Anstieg bei der US-Sorte WTI aus. Dieses verteuerte sich in der Nacht auf Montag um bis zu 21 Prozent auf ebenfalls knapp 120 Dollar. Zuletzt lag der Preis bei knapp 113 Dollar und damit rund ein Viertel über dem Stand vom Freitagabend. Damit baute WTI-Öl das Plus seit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran auf knapp 70 Prozent aus.
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Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch mit über 90 Dollar gehandelt worden. Seit Kriegsbeginn vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich der Preisanstieg inzwischen auf rund 50 Prozent: Ende Februar waren noch um die 70 Dollar pro Barrel üblich. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen.
Börsen in Asien brechen ein
Angesichts des rasanten Anstiegs der Ölpreise brachen die Börsen in Ostasien ein. In Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte im frühen Handel (Ortszeit) zeitweise um rund 7 Prozent bis unter die Marke von 52.000 Zählern. Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. In Seoul sank der KOSPI zeitweise um rund 8 Prozent auf einen Stand von 5.132 Zählern. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind besonders auf den Import von Öl angewiesen.
Die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt.
Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und den iranischen Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Durch diese wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert. Sie ist auch sehr wichtig für den Transport von Flüssiggas, etwa aus Katar.
Geringer Preis für Sicherheit und Frieden, sagt Trump
US-Präsident Donald Trump, für den steigende Spritpreise mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst und die Lebenshaltungskosten seiner Wählerschaft zum Problem werden könnten, versuchte, den Fokus auf die langfristige Entwicklung zu lenken:
„Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social – und fügte dann in Großbuchstaben hinzu: „NUR IDIOTEN WÜRDEN DAS ANDERS SEHEN!“
Ende vergangener Woche hatte Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview der „Financial Times“ vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Dann wäre nach Worten des Ministers ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar möglich.
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