Der norddeutsche Rüstungszulieferer Vincorion hat es mit seinem Börsengang eilig. Das Unternehmen aus Wedel bei Hamburg will schon am kommenden Freitag (20. März) sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern und bietet bis zu 20,3 Millionen Aktien zu einem Festpreis von je 17 Euro an, wie Vincorion am Freitag mitteilte. Dem Finanzinvestor Star Capital, der Vincorion vor knapp vier Jahren vom Technologiekonzern Jenoptik gekauft hatte, fließen damit bis zu 345 Millionen Euro zu. Insgesamt wird Vincorion dabei mit 850 Millionen Euro bewertet – das ist das Sechsfache des Unternehmenswertes beim Verkauf an Star Capital.
Die Papiere können von Montag an vier Tage lang bis zum 19. März gezeichnet werden. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken JP Morgan, Berenberg und BNP Paribas. Mit dem Sprint an die Börse folgt Vincorion dem Beispiel des tschechischen Rüstungskonzerns CSG, der seine Aktien zu Jahresbeginn ebenfalls zu einem Festpreis und mit einer kurzen Zeichnungsfrist an die Amsterdamer Börse gebracht hatte.
„Der Weg an die Kapitalmärkte ist ein entscheidender Meilenstein für Vincorion“, sagte Vorstandschef Kajetan von Mentzingen. „Und das große Interesse sowie die verbindlichen Zusagen unserer Cornerstone-Investoren bestätigen unsere Positionierung inmitten des Sicherheits- und Verteidigungssektors.“ Für fast ein Drittel der angebotenen Papiere hat Vincorion bereits feste Bestellungen. Die Fondsgesellschaften Fidelity und Invesco sowie der Investor T. Rowe Price wollen zusammen Aktien für 105 Millionen Euro zeichnen. Star Capital bleibt mit knapp 60 Prozent beteiligt.
Vincorion hat sich auf Energieversorgung und Mechatronik für Panzer und Flugzeuge spezialisiert, etwa Generatoren zur Stromversorgung von Fahrzeugen und Flugabwehrsystemen, Heizungen für Flugzeuge oder Stabilisatoren für Panzer. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 240 Millionen Euro, drei Jahre zuvor waren es noch gut halb so viel. Dabei sitzt das Unternehmen aus Wedel bei Hamburg mit 900 Mitarbeitern im Zuge der Aufrüstung in Europa auf Aufträgen im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro.
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