Die Commerzbank sieht in dem angekündigten Übernahmeangebot ihres Großaktionärs UniCredit keine ​Basis für Verhandlungen mit der italienischen Großbank. Die Offerte sei nicht ⁠mit der Commerzbank abgestimmt, erklärte das Frankfurter Geldhaus am Montag. „Darüber hinaus beinhaltet die Kommunikation der UniCredit keine weiteren Informationen bezüglich der Eckpfeiler einer wertstiftenden Transaktion. Das wäre die notwendige Grundlage für etwaige Gespräche“, hieß es ⁠in der ​Mitteilung.

Vorstandschefin Bettina ‌Orlopp sagte: „Wir sind überzeugt von der Stärke und dem Potenzial unserer Strategie, die auf Eigenständigkeit und profitables Wachstum setzt.“

Auch die Bundesregierung ist weiterhin gegen eine feindliche Übernahme der Commerzbank. „Aktuell sehen wir eine Ankündigung, aber noch kein förmliches Angebot“, sagte ein Sprecher ⁠des SPD-geführten Bundesfinanzministeriums am Montag in Berlin. Sollte in der Zukunft ein Übernahmeangebot vorliegen, sei es Sache von Vorstand und Aufsichtsrat, dieses zu prüfen. „Die Position der Bundesregierung dazu ist bekannt, und sie ist auch in allen Punkten unverändert.“

Der Bund halte eine ⁠feindliche Übernahme für ​inakzeptabel. „Wir setzen ‌auf die Eigenständigkeit der Commerzbank.“

Warnende Worte kommen von Verdi. Die Gewerkschaft befürchtet im Fall einer Commerzbank-Übernahme einen Stellenabbau in großem Stil. „Wir lehnen eine Übernahme mit Blick auf die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und insbesondere auf die Arbeitsplätze in Deutschland in beiden Häusern – Hypovereinsbank und Commerzbank – ab“, ließ Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen mitteilen.

Verdi warnt schon länger vor einem „Kahlschlag“ bei der Commerzbank, sollten die Italiener die Kontrolle bei dem Dax-Konzern übernehmen. Die Gewerkschaft verweist auf den Schrumpfkurs der Hypovereinsbank (HVB) nach der Übernahme durch die Unicredit 2005.

UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte am Montag ein formelles Übernahmeangebot für die Commerzbank angekündigt, bei dem deren Aktien in UniCredit-Papiere getauscht würden. Damit will ‌er die 30-Prozent-Hürde bei der Commerzbank überspringen. ⁠Die ​dahinterstehende Bewertung der Commerzbank von rund 35 Milliarden Euro liegt knapp ⁠über dem Schlusskurs der Aktie vom Freitag. „Das in der Bekanntmachung erwartete Umtauschverhältnis enthält faktisch keine Prämie für ‌unsere Aktionäre“, erklärte Orlopp. ⁠Man ‌werde die ​Offerte aber ⁠pflichtgemäß „sorgfältig und ​im besten Interesse der Gesellschaft, ihrer Aktionäre, Mitarbeitenden ‌und Kunden ​prüfen“, sobald es vorliege.

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