Der Co-CEO von Netflix, Ted Sarandos, glaubt nicht, dass KI-generierte Massenware die Unterhaltungsbranche dominieren wird.
„Schneller und billiger bringt nichts, wenn es nicht auch besser ist“, sagte Sarandos in einem Interview mit POLITICO. Das Medium gehört – wie auch WELT – zum Axel Springer Global Reporters Network. „Wir befinden uns im wettbewerbsintensivsten Moment der Mediengeschichte. Deshalb muss jedes neue Projekt von Anfang an besser sein als das vorherige.“
++Das ganze Interview mit Ted Sarandos lesen Sie hier bei Politico++
KI-Startups, die Werkzeuge für Entertainment-Unternehmen und Kreative entwickeln – von Spezialeffekten bis zur Generierung von Inhalten –, sind in Hollywood zuletzt immer präsenter geworden.
So hat Netflix vor Kurzem InterPositive übernommen, ein KI-Startup, das Tools für Filmemacher entwickelt. Gegründet wurde das Unternehmen von Schauspieler Ben Affleck.
„Für starke Inhalte braucht man nach wie vor Autoren“
„Für mich ist entscheidend, dass KI ein Werkzeug für Kreative ist“, sagte Sarandos im Gespräch mit POLITICO. „Produktionswerkzeuge haben sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt. KI ist einfach der nächste große, schnelle Entwicklungsschritt.“
Sarandos betonte außerdem, dass KI zwar bei Schnitt und Produktion helfen könne, gute Inhalte aber weiterhin Menschen bräuchten. „Für starke Inhalte braucht man nach wie vor Autoren, Schauspieler und Lichttechniker“, sagte er.
Synchronsprecher nicht adäquat durch KI ersetzbar
Einen Bereich nennt Sarandos ausdrücklich als Beispiel dafür, in dem KI menschliches Talent bislang nicht ersetzen kann: das Synchronsprechen.
„Das Wichtigste beim Synchronisieren ist die schauspielerische Leistung“, sagte er. „Gute Sprecher sind deshalb extrem wichtig. Klar, mit KI ist das deutlich günstiger – aber ohne diese menschliche Performance leidet am Ende die Qualität der Produktion.“
Trotzdem sieht Sarandos gerade beim Thema Stimmen auch Chancen für KI.
„Ich denke, künftig wird man zum Beispiel Dialogzeilen Monate nach den Dreharbeiten ergänzen können“, sagte er. „Man könnte einzelne Sätze für einen Film rekonstruieren, ohne alle Beteiligten noch einmal ins Studio holen zu müssen. Das kann am Ende sogar helfen, einen Film besser zu machen.“
Dieser Artikel ist zuerst auf „businessinsider.com“ erschienen und wurde für „Business Insider Deutschland“ übersetzt.
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