Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im März deutlich gestiegen. Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 Prozent auf 89,27 Milliarden Euro, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, der am Dienstag veröffentlicht werden soll. Ein Positiv-Beispiel: Die Grunderwerbsteuer wies ihr höchstes monatliches Aufkommen seit 2022 auf – Folge der moderaten Erholung auf dem Immobilienmarkt. Das Aufkommen der Lohnsteuer kletterte um rund vier Prozent.
In den ersten drei Monaten zusammen ergab sich für Bund und Länder ein Plus bei allen Steuereinnahmen von 0,9 Prozent auf 224,2 Milliarden Euro. Experten rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem Zuwachs von 2,8 Prozent.
Kritiker werfen der Regierung vor, von den deutlich gestiegenen Spritpreisen zu profitieren. Diese Darstellung wies das SPD-geführte Ministerium zurück. Allerdings gibt es noch keine belastbaren Statistiken dazu. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass höhere Energiepreise auch zu höheren Einnahmen aus der Mehrwertsteuer führen können. Einer Modellrechnung für März 2026 zufolge würden höhere Diesel- und Benzinpreise zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen in Höhe von 115,9 Millionen Euro für Bund und Länder bringen, aber Ausfälle bei der Energiesteuer in Höhe von 82 Millionen. Für den Bund allein bedeute dies 61,2 Millionen Euro mehr Mehrwertsteuer, aber 82 Millionen Euro weniger Energiesteuer – per saldo also ein Verlust von 20,8 Millionen.
Ende Februar hatten die USA und Israel den Iran angegriffen. Letzterer attackierte daraufhin mehrere Golf-Staaten. Die für Öl- und Gaslieferungen wichtige Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist seitdem weitgehend gesperrt. Die Preise an den Tankstellen sind sprunghaft gestiegen. In der Modellrechnung des Finanzministeriums wurde ein durchschnittlicher Preisanstieg für den März bei Benzin von rund 23 Cent und bei Diesel von rund 40 Cent angesetzt. „Zudem dürften sich die Rückwirkungen des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auswirken.“ Einem Insider zufolge wird die Regierung ihre Wachstumsprognose für 2026 am Mittwoch auf 0,5 Prozent halbieren.
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In der offiziellen Statistik finden sich laut Finanzministerium noch keine wesentlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs. Die jetzigen Steuereinnahmen resultierten aus Verbräuchen beziehungsweise Käufen überwiegend im Januar. Mit der Zeit werde das Bild etwas klarer werden. Allerdings ist die Statistik vorerst nicht genau genug für konkrete Aussagen. Die amtliche Energiesteuerstatistik für 2026, welche auch versteuerte Mengen von Kraftstoffen darstelle, werde erst Mitte 2027 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.
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