Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hat angesichts steigender Kerosinpreise davor gewarnt, Flugreisen in den Sommerferien schuldenfinanziert zu subventionieren. „Ich sehe schon mit Beginn der Sommerferien die nächste Rabatt-Diskussion aufziehen, schließlich wird Kerosin knapper und teurer“, sagte Schnitzer der „Augsburger Allgemeinen“.

Wenn es nicht mehr genug Kerosin gebe, könne man nicht mehr so viel fliegen, dann müssten Urlaubspläne geändert werden. „Aber man kann, auch ohne zu fliegen, einen schönen Urlaub machen“, erklärte Schnitzer. Und weiter: „Wir können nicht den Sommerurlaub durch Schulden auf Kosten unserer Kinder subventionieren.“

Den bereits ‌beschlossenen Tankrabatt bezeichnete die Ökonomin als großen und sozial ungerechten Fehler. „Denn reichere Menschen mit großen Autos, die viel Benzin verbrauchen, profitieren überproportional von der Senkung der Mineralölsteuer“, argumentierte sie.

Staatliche Unterstützung solle stattdessen gezielt an Bedürftige fließen. Zudem sende der Rabatt das falsche Signal, da hohe Preise Knappheit signalisierten. „Die Menschen sollten dieses Preissignal ‌deshalb spüren und ihren Verbrauch einschränken“, sagte Schnitzer. Ein Tempolimit oder Maßnahmen wie die autofreien Sonntage während der Ölkrise 1973 könnten dabei helfen.

Darüber hinaus warnte Schnitzer vor den wirtschaftlichen Folgen einer Blockade der Straße von Hormus. „Die Lebensmittelpreise werden steigen, auch weil Kunstdünger, der normalerweise durch die Straße von ‌Hormus transportiert wird, wegfällt und die ‌Alternativen teurer werden“, sagte sie. Zudem würden höhere Transportkosten die Inflation weiter anheizen. Sollte sich diese Entwicklung ‌durch steigende Löhne in den kommenden Tarifrunden verfestigen, werde die ‌Europäische Zentralbank (EZB) ‌die Zinsen erhöhen müssen.

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