Die Ölförderstaaten der Gruppe Opec+ setzen nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate ihre Strategie der schrittweisen Produktionserhöhung fort. Eine Kerngruppe aus nunmehr sieben Ländern gab eine Ausweitung der geplanten Tagesförderung um 188.000 Barrel (je 159 Liter) ab Juni bekannt.
In den vergangenen Monaten waren die Produktionsziele für April und Mai um jeweils 206.000 Barrel angehoben worden. Davon waren 18.000 Barrel für die Emirate bestimmt, die nun im jüngsten Anstieg fehlen. Aktuelle Entscheidungen der Opec+ seien aber unerheblich, solange die Meeresenge von Hormus infolge des Iran-Kriegs als wichtige Öltransportroute blockiert sei, hatten Analysten der Commerzbank vor dem Wochenende betont.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatten vor wenigen Tagen ihren Austritt aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und aus dem breiteren Verband Opec+, zu der aus Russland gehört, bekanntgeben. Nach Angaben von Analysten hatten die VAE schon länger nach größeren Fördermengen gestrebt, als ihnen im Rahmen der Opec zugesprochen wurde. Durch den Austritt würden sich die Emirate schon jetzt für die Phase nach Wiederöffnung der Straße von Hormus in Stellung bringen, hieß es.
Die Opec+, die vom UAE-Rivalen Saudi-Arabien und von Russland dominiert werden, erwähnten die Emirate in ihrer Mitteilung nach ihrer jüngsten monatlichen Strategiesitzung mit keinem Wort.
Der Iran teilte indes mit, im Konflikt um die Straße von Hormus nicht einlenken zu wollen. Der stellvertretende iranischen Parlamentspräsidenten Ali Niksad teilte am Sonntag mit, die Islamische Republik werde nicht von ihrer Position abrücken und auch nicht zu den Bedingungen vor dem Krieg zurückkehren, als Schiffe die Meerenge frei passieren konnten, sagte Niksad am Sonntag während eines Besuchs von Hafenanlagen auf der strategisch wichtigen iranischen Insel Larak, die nahe der engsten Stelle der Straße von Hormus liegt. „Die Straße von Hormus gehört der Islamischen Republik Iran.“
Niksad hat im Parlament keine Entscheidungsbefugnis. Er bekräftigte aber die iranische Position, dass alle Schiffe, die nicht mit den USA oder Israel in Verbindung stehen, nach Entrichtung einer Gebühr passieren können. Die USA haben Schifffahrtsunternehmen gewarnt, dass ihnen Sanktionen drohen, wenn sie den Iran in irgendeiner Form, auch mit digitalen Mitteln, für die sichere Durchfahrt bezahlen.
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