Der Bundesbank-Präsident macht sich nun für eine umfassende Rentenreform mit längerer Lebensarbeitszeit stark. Es sei nahezu unausweichlich, das gesetzliche Renteneintrittsalter zu erhöhen, sagte Joachim Nagel dem „Handelsblatt“ laut Vorabbericht.
In diesem Zuge begrüßte der 59-Jährige das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 als Nachfolger der Riester-Rente geförderte Investitionen in börsengehandelte Indexfonds (ETFs) ermöglicht. „Der neue Ansatz ist ein richtiges Signal und ein wichtiger Schritt zu einer stärkeren kapitalgedeckten Säule für die Altersvorsorge“, sagte Nagel. Es wirke jedoch erst mittelfristig und werde die Probleme der Rentenversicherung in den nächsten Jahren nicht lösen. Es sei auch „keine Lösung, diesen Druck mit immer mehr Bundeszuschüssen aufzufangen“.
Der Bundesbank-Präsident forderte deshalb, das gesetzliche Rentenalter nach 2031 systematisch an die steigende Lebenserwartung zu koppeln: „Das halte ich für nahezu unausweichlich, wenn wir – zum Glück – immer länger leben.“
Nagel erwartet baldige Zinserhöhungen
Des Weiteren rechnet der deutsche Notenbankchef mit Zinserhöhungen von der EZB. „Wir können die hohen Energiepreise nicht ausblenden“, sagte er der Zeitung in dem Gespräch weiter und fügte hinzu: „Zinserhöhungen werden immer wahrscheinlicher, wenn sich das Inflationsbild nicht grundsätzlich ändert.“
Nagel verwies in dem Zusammenhang auf gestiegene Inflationserwartungen: „Und selbst bei einem baldigen Kriegsende könnte die Inflationsrate deutlich länger erhöht bleiben, als wir noch vor Wochen dachten.“
Die steigenden Ölpreise infolge des Iran-Kriegs haben die deutsche Inflation im April bereits auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
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