Wieder eine erschreckende Meldung aus einer Boeing-Maschine: Ein Flug der US-Airline United Airlines am Montagabend von Washington nach München musste aufgrund von Rissen in der Windschutzscheibe umkehren. Statt in Bayern endete Flug UA108 in Boston.
Flugdaten zufolge hob die Maschine mit Verspätung um 19.15 Uhr ab und nahm zunächst Kurs auf den Atlantik. Wenig später drehte die Boeing über dem Bundesstaat Maine um und landete um 21.24 Uhr in Boston. An Bord waren nach Angaben der Airline 175 Passagiere und 11 Crew-Mitglieder.
Flugdaten zeigen, wie Flug UA108 über Maine umkehrteAuf dem Internetforum Reddit teilte ein anonymer Nutzer ein inzwischen gelöschtes Foto, das die gebrochene Windschutzscheibe zeigen soll. Es stammt nach seiner Aussage von seiner Frau, die Stewardess auf dem Flug gewesen sein soll. „Die Ursache war offenbar elektrischer Natur, wahrscheinlich die Frontscheibenheizung“, heißt es dazu. Das ist allerdings bisher nur Spekulation.
United Airlines teilte mit: „United-Flug 108 auf dem Weg von Dulles nach München wurde umgeleitet und landete sicher in Boston, um einen Schaden an der Außenschicht der mehrlagigen Cockpitscheibe zu überprüfen. Der Flug wurde anschließend gestrichen. Für die Passagiere wurden alternative Reisemöglichkeiten organisiert, damit sie ihr Ziel so schnell wie möglich erreichen konnten.“
US-Behörden untersuchten Qualitätsprobleme beim Dreamliner
Bei dem betroffenen Flugzeug handelt es sich um ein Modell vom Typ 787-8 Dreamliner. Boeing machte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Pannen und technischen Defekten Schlagzeilen – auch mit dem Dreamliner.
Schon kurz nach der Markteinführung 2013 mussten sämtliche Dreamliner nach Batterieproblemen am Boden bleiben. Auch gab es Berichte über Ungenauigkeiten an Fugen zwischen einzelnen Rumpfsegmenten und Qualitätsprobleme bei Zulieferern. Erst im Juni brach einer fast fabrikneuen Lufthansa-Maschine dieses Typs am Frankfurter Flughafen das Bugfahrwerk weg. Ein Mensch wurde verletzt.
Ein ehemaliger Ingenieur beschuldigte Boeing, Qualitätsberichte gefälscht zu haben, US-Behörden und der Senat untersuchten die Vorwürfe. Ein Ausschuss im Senat stellte „Hinweise auf Produktionsdruck, Qualitätsmängel und Defizite bei Schulung und Aufsicht“ beim Dreamliner fest. Ein grundsätzliches Sicherheitsrisiko besteht laut US-Luftfahrtbehörde FAA aber nicht.
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