Bei der Jubiläumsfeier zum 150-jährigen Bestehen des Konsumgüterkonzerns Henkel hat Bundeskanzler Friedrich Merz an seine eigene Tätigkeit bei der Firma erinnert. Kurze Zeit nach dem Börsengang im Jahr 1985 habe er einige Monate bei Henkel gearbeitet, sagte der CDU-Politiker in einer Rede.

„Ich war damals junger Referent beim Verband der chemischen Industrie und hatte im Verband mit einigen Kolleginnen und Kollegen einen berufsbegleitenden Aufenthalt in den Mitgliedsunternehmen etabliert“, erinnerte er sich.

Er sei damals zu Henkel gegangen und habe im Vorstandssekretariat gearbeitet. „Mich hat die damalige Zeit in diesem Unternehmen und in dieser Industrie sehr geprägt. Und ich fühle mich bis heute gerade dieser Industrie besonders verbunden“, sagte Merz.

Als junger Europaabgeordneter habe er einige Jahre später zum ersten Mal die Gelegenheit gehabt, mit Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zu reisen. Kohl habe ihn gefragt, was er beruflich vor der Politik gemacht habe. „Als ich ihm dann gesagt habe, dass ich beim Chemieverband war, war seine spontane Antwort: Na ja, dann können Sie ja noch Bundeskanzler werden“, sagte Merz weiter.

Bundeskanzler würdigt Verantwortungsbewusstsein der Firma

Merz gratulierte dem Unternehmen zu „150 Jahren Erfolgsgeschichte“. „Henkel ist ein großartiges Beispiel dafür, dass langfristig erfolgreiche Unternehmen aus mehr bestehen als aus Patenten, Produkten und Fabriken“, sagte Merz. „Ihr unternehmerischer Einsatz und Ihr Verantwortungsbewusstsein tragen ganz erheblich bei zur Zukunftsfähigkeit unseres ganzen Landes.“

Der Bundeskanzler dankte dem Unternehmen, dass es „nach Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine unmittelbar Konsequenzen gezogen“ habe. „Mit konkreter Hilfe für die Ukraine und mit einer klaren Entscheidung, sich aus seinem milliardenschweren Russlandgeschäft zurückzuziehen. Vielleicht sind Sie (…) gerade deshalb so erfolgreich, weil Sie wissen und vorleben: Wirtschaft ist kein Selbstzweck“, sagte Merz.

Persil, Spee, Schauma: Alles Henkel-Marken

Der 28-jährige Kaufmann Fritz Henkel hatte am 26. September 1876 mit zwei Partnern in Aachen das Unternehmen Henkel & Cie gegründet. Erstes Produkt war ein Universalwaschmittel. Im Jahr 1900 bezog Henkel eine neue Zentrale in Düsseldorf, wo sich der Konzernsitz bis heute befindet. Henkel-Produkte werden unter zahlreichen bekannten Markennamen wie etwa Persil, Spee, Pril, Pritt, Somat oder Schauma verkauft.

2025 lag der Jahresumsatz bei 20,5 Milliarden Euro, zu dem etwa je zur Hälfte der Konsumgüterbereich und die Klebstoffsparte beitrugen. Henkel beschäftigt in 53 Staaten und an 165 Produktionsstätten rund 50.000 Menschen, etwa 8000 davon in Deutschland. Seit 2020 ist Carsten Knobel Vorstandschef. Simone Bagel-Trah, Ur-Ur-Enkelin des Gründers Fritz Henkel, steht dem Aufsichtsrat und dem Gesellschafterausschuss vor. Die Familie Henkel hält rund 62 Prozent der Stammaktien.

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