Die EU und China haben sich nach Angaben von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic auf eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos verständigt. Die Lieferungen in die Europäische Union könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehen, erklärte Sefcovic nach Verhandlungen in Peking.

Sefcovic zufolge willigte China zudem ein, die Zölle für einige Produkte aus der EU zu senken, was Einsparungen von mindestens 225 Millionen Euro zufolge hätte.

Beide Seiten räumten am Freitag „Unstimmigkeiten“ ein, zeigten sich aber entschlossen, den Handel aufrechtzuhalten. Sefcovic teilte mit, die Gespräche würden im Januar fortgeführt. Im März soll es dann erneut ein Treffen geben.

Šefčovič äußerte sich nach den zweitägigen Handelsgesprächen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Welche konkreten Maßnahmen zur Drosselung der Hybrid-Exporte – einem wesentlichen Streitpunkt zwischen der EU und China – ergriffen werden sollen, ließen die Vertreter zunächst offen.

Der EU-Handelskommissar fügte hinzu, beide Seiten hätten zudem vereinbart, den chinesischen Markt für EU-Produkte wie Autoteile, Olivenöl und andere Lebensmittel zu öffnen. Zudem werde man an Erleichterungen bei den chinesischen Lizenzen für Seltene Erden arbeiten, die für die Herstellung moderner Technologien benötigt werden.

Subventionierte Billigware überschwemmt Europa

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und China befinden sich an einem kritischen Punkt. Die EU ist besorgt über das Handelsdefizit, das täglich mehr als eine Milliarde Euro (1,1 Milliarden US-Dollar) beträgt, und fordert China auf, den Kontinent nicht länger mit subventionierten Billigwaren zu überschwemmen, die die heimische Industrie untergraben.

Die EU bereitet derzeit Maßnahmen vor, um chinesische Hybridautos zu begrenzen, indem Zölle auf alle Importe erhoben werden, die eine bestimmte Quote überschreiten.

Die EU hatte 2024 Strafzölle auf Elektroautos aus China verhängt und diese mit unfairen Staatshilfen aus Peking begründet. Seitdem verkauften chinesische Hersteller mehr Hybridautos nach Europa. Einen freiwilligen Verzicht auf einen Teil seiner Ausfuhren hatte das chinesische Handelsministerium bisher abgelehnt.

Im August machten in China hergestellte Autos rund ein Viertel der in Europa verkauften Hybridfahrzeuge aus. Frankreich und Deutschland haben diese Woche den Druck auf Peking weiter erhöht und die EU dazu aufgerufen, ihre wirtschaftlichen Vergeltungsinstrumente deutlich auszubauen.

Zudem fordern die beiden größten Volkswirtschaften Europas eine EU-Untersuchung dazu, ob subventionierte Importe Branchen wie die Chemie- und Kunststoffindustrie schädigen; solche Verfahren könnten zu weiteren Zöllen führen.

Die härtere Haltung Europas spiegelt das wachsende Bewusstsein wider, dass das Handelsdefizit mit China – das im vergangenen Jahr 360 Milliarden Euro erreichte – die heimische Industrie schwächt. Gleichzeitig ist China jedoch zunehmend auf diese Exporte angewiesen, um sein eigenes Wachstum zu stützen.

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