Der wegen Betrugs verurteilte Immobilieninvestor René Benko wechselt vom Gefängnis in den Hausarrest mit Fußfessel. Ein entsprechender Antrag des Signa-Gründers wurde vom Landesgericht Innsbruck gewährt, wie eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft.

Das Landesgericht war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), die gegen Benko ermittelt, wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Antrag äußern. Die Haftprüfungsverhandlung sei Angelegenheit des Gerichts, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters.

Wess begründete den Antrag damit, dass Benko sich besser auf die bevorstehenden Prozesse vorbereiten müsse. Der Anwalt verwies auf das in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerte Recht auf ein faires Verfahren. Zu diesem Zweck sei in Innsbruck eine rund 60 Quadratmeter große Wohnung angemietet worden, auch zum Schutz von Benkos familiärem Umfeld, sagte der Anwalt.

Benko war erst im September wegen betrügerischer Krida rechtskräftig zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Bei diesem in Österreich gebräuchlichen Straftatbestand geht es um die vorsätzliche Schmälerung von Vermögen zulasten von Gläubigern, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht. Nachdem Benko zwei Drittel der Strafe verbüßt hatte und bedingt entlassen worden war, wurde die Untersuchungshaft in einem anderen Verfahren unmittelbar fortgesetzt.

Im November muss sich der 49-Jährige erneut vor Gericht verantworten. Die WKStA wirft ihm schweren Betrug im Zusammenhang mit einer Garantie gegenüber dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und dessen Familienstiftung vor. Festgenommen worden war Benko im Zuge der Ermittlungen zum Zusammenbruch seines Immobilien- und Handelskonzerns Signa. Die Pleite Ende 2023 gilt als größte Insolvenz der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Zum Firmengeflecht gehörten bekannte deutsche Warenhäuser wie Galeria Karstadt Kaufhof und das Berliner KaDeWe.

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