Eine unabhängige Expertenkommission soll für die Deutsche Bahn untersuchen, wie durch eine gezielte Reduktion des Zugverkehrs die Pünktlichkeit verbessert werden kann.

Die Auftaktveranstaltung der Kommission „Robuster Fahrplan“ soll bereits am 3. November stattfinden. Das berichtet der Berliner „Tagesspiegel“ und verweist auf eine Nachricht des Konzerns an Mitglieder des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages.

„Mit der Kommission wollen wir den Menschen die Wahrheit sagen: Angesichts des Zustands fahren auf unseren Gleisen viel zu viele Züge“, sagte Enak Ferlemann dem „Tagesspiegel“. Der frühere Bahnbeauftragte der Bundesregierung wird Mitglied der Kommission sein. Man werde sich nun den Ist-Zustand anschauen und ermitteln, „wie viele Züge auf diesem Bahnnetz zuverlässig fahren können“, kündigte Ferlemann an, der im Aufsichtsrat der für das Schienennetz zuständigen Bahntochter DB InfraGO sitzt.

Nur noch einmal pro Stunde Berlin – Hamburg, dann aber wirklich pünktlich?

Man werde Vorschläge machen, wie man mit weniger Zugverkehr die Pünktlichkeit verbessern könne, erklärte Ferlemann weiter. „Ein Beispiel könnte sein, dass zwischen Berlin und Hamburg nur noch einmal pro Stunde ein Fernzug fährt statt alle 30 Minuten, die Züge dafür aber zuverlässig unterwegs sind.“

Eigentlich sei die hohe Verlässlichkeit einer der Vorteile der Bahn, betonte Ferlemann. Doch: „Weil wir auf dem Netz mit Überlast fahren, ist dieser Vorteil verloren gegangen.“ Dabei sei es den Menschen lieber, „wenn weniger Züge unterwegs sind, diese aber pünktlich fahren“.

In der Nachricht an die Bundestagsabgeordneten untermauert die Bahn die Überlastung des Schienennetzes mit Zahlen. „Im Jahr 2025 verkehrten mehr als zehn Prozent der Züge auf Strecken mit einer Auslastung von über 115 Prozent“, heißt es darin. In der Folge sei der Stau auf deutschen Schienen immer weiter angewachsen. In den vergangenen zehn Jahren hätten Stau-Verspätungen um 150 Prozent zugenommen. Im September waren zuletzt nur 52,4 Prozent aller Fernzüge pünktlich ans Ziel gekommen.

Das auf Fahrpläne spezialisierte Schweizer Unternehmen SMA und Partner AG soll für die Kommission jetzt ermitteln, wie viel Zugverkehr das deutsche Schienennetz in seinem aktuellen Zustand verkraften kann.

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