Die Bundesagentur für Arbeit benötigt wegen steigender Ausgaben beim Arbeitslosengeld zusätzliche Milliardenhilfen des Bundes. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll die Behörde ein weiteres Darlehen in Höhe von 5,05 Milliarden Euro erhalten. Ohne die zusätzlichen Mittel könne die Bundesagentur für Arbeit ihre Ausgaben bis zum Jahresende nicht decken.

Die Zeitung beruft sich auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Demnach fällt die Finanzlücke der Bundesagentur für Arbeit in diesem Jahr mehr als doppelt so hoch aus wie im Bundeshaushalt für 2026 ursprünglich angenommen. Bereits eingeplant war ein Bundesdarlehen über vier Milliarden Euro.

Das Finanzministerium begründet den zusätzlichen Bedarf damit, dass die Entwicklung „unvorhergesehen“ gewesen sei. Bei der Haushaltsplanung Ende 2025 sei die Bundesregierung von einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt ausgegangen. Diese sei jedoch nicht im erwarteten Umfang eingetreten.

Für 2026 wird nun mit durchschnittlich drei Millionen Arbeitslosen gerechnet, rund 100.000 mehr als ursprünglich angenommen. Im Oktober 2026 lag nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit die Arbeitslosenquote bei 6,3 Prozent.

Zusammen mit einem Darlehen von 1,4 Milliarden Euro aus dem Vorjahr belaufen sich die Verbindlichkeiten der Bundesagentur gegenüber dem Bund zum Jahresende auf mehr als zehn Milliarden Euro.

Zusätzlicher Finanzbedarf besteht dem Bericht zufolge auch in anderen Bereichen: Für die Grundsicherung beantragen Bundesfinanz- und Bundesarbeitsministerium überplanmäßige Ausgaben von 250 Millionen Euro. Grund seien vor allem höhere Zusatzbeiträge der Krankenkassen, die von den Jobcentern übernommen werden. Die Rentenversicherung benötigt zudem kurzfristig weitere 408 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt.

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