Das Autojahr 2025 hat dem Hochlauf der Elektromobilität keinen entscheidenden Schub verliehen. Neben der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage fehlten aus Sicht der Pkw-Halter auch klare politische Impulse. "Endverbraucher blieben beim Autokauf insgesamt zögerlich, hielten sich bei der Anschaffung elektrifizierter Pkw zurück“, heißt es im neuen DAT-Report 2026, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.
Die Zurückhaltung dürfte anhalten: 76 Prozent der Befragten gaben an, ihr aktuelles Fahrzeug weiterzufahren, um technologische oder politische Entwicklungen bei der Elektromobilität und den Antriebsarten abzuwarten.
Gleichzeitig ist das Thema Elektromobilität gesellschaftlich präsenter denn je. Die Erfahrung mit E-Autos nimmt zu: 30 Prozent der Befragten sind bereits elektrisch gefahren (2024: 26 Prozent), 20 Prozent haben Erfahrung mit dem Laden. Diese Erlebnisse beeinflussen die Einstellung zur E-Mobilität meist positiv. Besonders das private Laden erweist sich als entscheidender Faktor. "Kann zu Hause laden" ist der wichtigste Kaufgrund für ein E-Auto. Entsprechend bestätigen 72 Prozent aller Pkw-Halter die Aussage: "Solange ich zu Hause nicht laden kann, kommt für mich kein E-Auto infrage."
Restwerte und Gebrauchtwagenmarkt bremsen Nachfrage
Neben der Ladeinfrastruktur belasten vor allem Sorgen um den Wiederverkaufswert die Nachfrage. 72 Prozent aller Pkw-Halter äußern Bedenken hinsichtlich der Restwerte von E-Autos – unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrung mit elektrifizierten Fahrzeugen haben.
Auch der Gebrauchtwagenmarkt bleibt zurückhaltend: Nur 13 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer können sich vorstellen, ein batterieelektrisches Fahrzeug aus Vorbesitz zu erwerben. Bei Personen mit E-Auto-Erfahrung liegt der Anteil immerhin bei 37 Prozent. Kaum Akzeptanz findet hingegen das Leasing gebrauchter E-Autos. Selbst unter erfahrenen E-Auto-Nutzern lehnen rund 80 Prozent dieses Modell ab.
Auto bleibt alternativlos
Unabhängig von der Antriebsdebatte bleibt das Auto für die Mehrheit der Deutschen unverzichtbar. Über 80 Prozent der Pkw-Halter halten den eigenen Wagen für notwendig. Selbst in Regionen mit gut bis sehr gut ausgebautem öffentlichem Nahverkehr bestätigen dies noch 73 Prozent. Mit durchschnittlich 13.140 Kilometern pro Pkw legte die Fahrleistung 2025 das zweite Jahr in Folge zu – insbesondere auf dem Weg zur Arbeit.
Auffällig ist zudem, dass noch nie so viele Autokäufer angaben, der Kauf ihres aktuellen Fahrzeugs sei zwingend notwendig gewesen. Dies bestätigten 80 Prozent der Gebrauchtwagen- und fast 70 Prozent der Neuwagenkäufer. "In den vergangenen Jahren wurden viele Autokäufe hinausgeschoben – bis zu einem Punkt, an dem es nun offenbar nicht weiter möglich war", erklärten die Studienautoren Uta Heller und Martin Endlein. Über 90 Prozent der Befragten sehen zum eigenen Auto keine Alternative.
Preise bleiben hoch
Die durchschnittlichen Neuwagenpreise sind 2025 nur leicht gestiegen. Private Käufer zahlten im Schnitt 44.560 Euro, nach 43.530 Euro im Vorjahr. Für Plug-in-Hybride wurden im Mittel 64.570 Euro ausgegeben, für batterieelektrische Fahrzeuge 47.160 Euro. Benziner blieben mit 33.150 Euro deutlich günstiger.
Der Preisabstand zwischen Benzinern und E-Autos bleibt damit erheblich. "Das zeigt das Paradox des Autokaufs: Der Markt bietet mittlerweile preisgünstigere E-Autos an, aber wer sich 2025 für ein neues E-Auto entschieden hatte, der war auch bereit, mehr zu investieren, zum Beispiel in einen leistungsfähigeren Akku oder eine höhere Ausstattungslinie", betonten die Experten. "Käufer von Benziner-Pkw dagegen suchten und fanden Fahrzeuge, die in einer deutlich niedrigeren Preiskategorie lagen."
Leasing spielte im privaten Neuwagengeschäft weiter eine untergeordnete Rolle. 23 Prozent der Neuwagen wurden geleast, bei BEV und PHEV lagen die Anteile mit 45 beziehungsweise 47 Prozent deutlich höher.
Auch die Gebrauchtwagenpreise verharrten 2025 auf hohem Niveau. Mit durchschnittlich 18.310 Euro lagen sie nur leicht unter dem Vorjahreswert. Auch aufgrund des hohen Preisplateaus nutzten 49 Prozent der Käufer eine Finanzierung.
Handel als zentrale Anlaufstelle
Private Neuwagenkäufer machen mit einem Anteil von 31 Prozent weiterhin nur einen kleinen Teil des Gesamtmarkts aus. Mehr als die Hälfte der Pkw wurde individuell konfiguriert. Der Online-Autokauf spielt mit sieben Prozent weiterhin eine Statistenrolle – der persönliche Kontakt bleibt entscheidend.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt wurden laut DAT-Report drei Viertel aller Fahrzeuge über den Handel verkauft. Erstmals lag der freie Handel mit 38 Prozent knapp vor dem Markenhandel (36 Prozent). Die Zufriedenheit der Kunden ist hoch: Über 90 Prozent würden ihren Händler weiterempfehlen oder erneut dort kaufen. Einen vollständig digitalen Autokauf kann sich nur rund ein Drittel der Käufer vorstellen.
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