Wer Künstliche Intelligenz im Autohaus lediglich als weiteres IT-Werkzeug betrachtet, unterschätzt ihre Tragweite. Für die KI-Experten Steven Zielke (MobilApp GmbH) und Christian Stallkamp (Muuuh! Consulting) ist sie mehr als ein Trend. "KI ist wie das World Wide Web: gekommen, um zu bleiben – mit einem noch größeren Impact auf unsere Kommunikation", erklärt Stallkamp.
Der Vergleich ist bewusst groß gewählt, geht es um eine strukturelle Verschiebung. KI verändert, wie Kunden mit Unternehmen sprechen – und wie Unternehmen intern arbeiten. Informationen sind sofort verfügbar, Prozesse lassen sich automatisieren, Antworten entstehen in Sekunden. KI verbindet weltweites Wissen mit den eigenen Daten im Betrieb. Genau darin liegt der eigentliche Hebel.
KI braucht Struktur
Gleichzeitig warnen die beiden Experten vor überstürztem Aktionismus. Die IT-Strukturen in Autohäusern sind in der Regel über Jahre gewachsen, häufig kleinteilig, nicht selten widersprüchlich. Wer hier unkoordiniert einzelne Anwendungen einführt, erzeugt eher neue Bruchstellen als echte Effizienz. "Zu viel Rumgefummel hilft nicht", heißt es entsprechend nüchtern.
Was hingegen hilft, ist ein klares Zielbild, sauber definierte Anwendungsfälle und belastbare wirtschaftliche Kalkulationen. Am Ende entscheidet nicht die Technologie, sondern der betriebswirtschaftliche Effekt. "Der Geschäftsführer möchte einen Erfolg sehen, er möchte einen Gewinn haben, er möchte sehen, dass sich die Zeit reduziert", sagt Zielke. Genau daran müsse sich jeder KI-Einsatz messen lassen.
Dass hier noch viel Luft nach oben ist, zeigt auch die aktuelle TÜV Nord Insight-Studie, für die sowohl Autohäuser als auch Endkunden befragt wurden: Rund die Hälfte der befragten Betriebe plant weder neue noch ausgebaute Selfservices mithilfe von KI oder Automatisierung. Gleichzeitig nutzen bereits zwölf Prozent der Kunden beim Fahrzeugkauf KI-Tools wie ChatGPT zur Informationssuche – und fast jeder Zweite kann sich das künftig vorstellen. Die Erwartungen verschieben sich also schneller als die Prozesse im Handel. Digitale Terminvereinbarung, Status-Updates oder Messenger-Kommunikation werden zunehmend als selbstverständlich wahrgenommen.
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Warum Erreichbarkeit zum Wettbewerbsfaktor wird, weshalb Daten die eigentliche Basis jeder KI-Strategie sind und wo Autohäuser jetzt konkret ansetzen sollten, hören Sie in der aktuellen Folge des AUTOHAUS Podcasts:
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