RSA Deutschland bringt die chinesische Marke JAC Motors nach Deutschland. In diesem Jahr will der Importeur einen großen Schritt bei Modellportfolio und Händlernetz machen. Zum Marktstart gibt es mit dem E30X ein vollelektrisches Stadtauto mit 374 Kilometern Reichweite (WLTP). Zur Jahresmitte sollen dann weitere Modell folgen: der kompakte JS6 Plug-in-Hybrid (PHEV), den siebensitzige SUV JS8 PRO mit Benzinmotor sowie der E-Transporter Panel Van. Der T9, einen Pick-up mit bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast, soll zunächst als Diesel und im nächsten Jahr als vollelektrische Variante kommen. Im Interview erläutert Sales- und Marketing-Manager Hendrik Wilms, wie RSA Deutschland den Markenstart in einem anspruchsvollen Marktumfeld strukturiert und welche Herausforderungen zu bewältigen sind.

AH: Herr Wilms, seit wann ist RSA in Deutschland aktiv?

Hendrik Wilms: Wir sind seit Frühjahr 2023 in Deutschland aktiv, zunächst mit der Marke Maxus in vier Bundesländern. JAC MOTORS kam im Oktober 2025 dazu. Der Schritt nach Deutschland war für uns ein Fuß in die Tür eines wichtigen europäischen Markts.

AH: Wie fällt Ihr erstes Fazit aus?

H. Wilms: Das Händlerfeedback ist sehr positiv. Wir haben viele Termine, das Interesse ist groß. Was den Endkunden betrifft, ist es noch zu früh für ein abschließendes Bild. Absatzmarketing und Einkaufsfinanzierung laufen erst seit Kurzem.

AH: Mit welchen Finanzpartnern arbeiten Sie zusammen?

H. Wilms: Aktuell mit Creditplus. Sehr wahrscheinlich kommt Santander hinzu. Für Händler sind bis zu 180 Tage Zinsfreiheit möglich – ein wichtiges Instrument, um die vertraglich vorgesehenen Abnahmemengen zu unterstützen.


JAC Motors - Portfolio für Deutschland


Aufbau des Händlernetzes

AH: Sie setzen auf ein stationäres Händlernetz. Wie viele Partner sind geplant?

H. Wilms: Seit Oktober haben wir 15 Händler an Bord, sieben Verträge befinden sich in Bearbeitung. 2026 wollen wir 50 Händler onboarden. Bis 2028 sollen es 150 bis 175 Partner sein. Entscheidend ist, dass Kunden im Schnitt nicht mehr als 50 Kilometer bis zum nächsten Servicepartner haben.

AH: Rekrutieren Sie primär aus bestehenden Maxus‑Partnern?

H. Wilms: Wir haben vielen Maxus‑Händlern ein Vertragsangebot gemacht, aber wir greifen breiter. Unser Team besteht aus ehemaligen Handelsmitarbeitern, wir nutzen unser gesamtes Netzwerk und sind ziemlich emsig. Und wir kennen die Bedürfnisse des Handels. Die Größe der Betriebe und ihr bestehendes Markenportfolio sind dabei nicht so wichtig. Wir suchen vor allem Partner mit Glitzern in den Augen, die mit uns gemeinsam Pionierarbeit leisten wollen.

AH: Gibt es Mindestanforderungen für Händler?

H. Wilms: Wir brauchen keinen Glaspalast. Ein sauberes Autohaus, motiviertes Personal und Platz für mindestens vier Fahrzeuge reichen aus. Die Einstiegskosten liegen bei gut 5.000 Euro für Außensignalisierung und notwendiges Equipment wie etwa Aufsteller oder Tester. In diesem Jahr bringen wir fünf Modelle auf den Markt. Händler müssen aktuell mindestens vier davon in ihr Portfolio aufnehmen, welche Modelle sie wählen besprechen wir mit unseren Partnern gemeinsam.

AH: Ein Schwerpunkt Ihrer Planung liegt auf der Teilelogistik. Warum?

H. Wilms: Weil Aftersales das dickste Brett im Markt ist. Ohne funktionierende Teileversorgung steht jedes neue Fabrikat sofort negativ im Fokus. Wir haben deshalb eine deutschlandweite Overnight‑Lieferlogistik über das NORA‑Zentrum Wolfsburg aufgebaut. Das ist ein echter Meilenstein und wirkt auch im Händlerdialog vertrauensbildend. Händler wollen sicher sein, dass Fahrzeuge schnell repariert werden können. Die Erfahrungen aus der Maxus‑Welt zeigen uns, wie wichtig das ist.

Erfahrungen aus Skandinavien

AH: Viel Erfahrung bringt RSA als norwegisches Unternehmen auch aus Skandinavien mit. Welche Rolle spielt die Zentrale für Ihre Arbeit?

H. Wilms: Unsere Muttergesellschaft sitzt in Drammen in der Nähe von Oslo und verantwortet dort seit Jahrzehnten die Einführung verschiedener Marken, darunter BYD, KGM, Suzuki oder Isuzu. Diese Erfahrung hilft uns enorm beim Aufbau der Marke in Deutschland. Allerdings gibt es auch Unterschiede. Die Nordics sind offener für neue Hersteller. Deutschland ist dagegen ein Produktionsland mit starken eigenen Marken. Entsprechend kritisch wird der Markt beobachtet. Wenn man hier aber Fuß fasst, dann in der Regel nachhaltig.

AH: JAC kooperiert bei Batterietechnologien mit Volkswagen. Hilft das?

H. Wilms: Das ist sicher ein Pluspunkt, auch wenn wir damit nicht aktiv werben. Aber im Gespräch mit Händlern spielt es eine Rolle, es schafft Vertrauen in Qualität und technische Standards.

AH: Welches Vertriebsziel haben Sie sich in Deutschlands gesteckt?

H. Wilms: Wir wollen bis 2028 rund 5.000 Fahrzeuge verkaufen.

AH: Vielen Dank für das Gespräch!

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