Geht man nach der Sichtbarkeit im Straßenbild, läuft der neue Mercedes CLA recht gut an – bisher als Limousine. Doch Deutschland sei ein Kombimarkt, heißt es immer, und die Schwaben wollen dem auch entsprechen. Nur eben nicht mehr altmodisch und angestaubt als "T-Modell", sondern modern-trendy mit dem Begriff "Shooting Brake". Wobei auch diese Bezeichnung alles andere als neu ist. Und dass es dieser Nutzwert-CLA mit den praktischen Fertigkeiten nicht ganz so ernst nimmt wie vielleicht noch in früheren Zeiten, lässt sich ganz einfach am maximalen Kofferraumvolumen ablesen — so sind 1.290 Liter zwar fein, aber da geht beim Wettbewerb deutlich mehr.


Mercedes-Benz CLA Shooting Brake (2026)


Der Stuttgarter hingegen gibt ganz betont den Lifestyler, was man beispielsweise daran erkennt, dass er im Gegensatz zur Limousine gut sichtbare Mercedes-Sterne in der Panoramadach-Glasscheibe trägt. Überhaupt haben die Kreativen dem Mercedes-Stern kommunikative Wucht verliehen. Der strahlt am Heck in leuchtendem Rot und vorn ebenfalls aus Richtung Scheinwerfer-Einheit in weißer LED-Manier. Und auch auf dem Grill tummeln sich viele davon.

Doch zurück zur Kombi-Frage und den damit zusammenhängenden Platzverhältnissen. Wer in der ersten Reihe reist, erlebt jedenfalls keinen Unterschied zur Limousine — als verschwenderischer Raum wäre das Gebotene nicht zu bezeichnen, aber Sardinenbüchse ist auch anders.

Vermutlich werden die Passagiere sowieso schnell vom überwältigenden Screen abgelenkt, der von der linken zur bis zur rechten A-Säule reicht. Und schön bei Mercedes ist, dass man dort die wichtigsten Funktionen schnell findet, selbst als Neueinsteiger. Im Fond kommen zumindest zwei Personen auch ganz ordentlich unter, die Beinfreiheit geht für eine Kompaktklasse klar. Für ein Fahrzeug mit 4,72 Metern Länge hätte ein Hauch mehr nicht geschadet.

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Mercedes CLA Shooting Brake mit kleinem Verbrauch

Doch wirklich brillieren kann der Benz in einer ganz anderen Disziplin. So gehört er, das darf man ruhig betonen, zu den ersten wirklich außendiensttauglichen rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen im Segment. Die Effizienz fällt nicht zuletzt dank automatischem Zweiganggetriebe vorzüglich aus. Mercedes nennt für den 250+ einen WLTP-Verbrauch (gemittelt) von 12,7 kWh je 100 Kilometer. Und selbst wenn realiter am Ende 18 dabei herauskommen, ist das Ergebnis immer noch vorzeigbar. Geht man auf den mit 260 kW/354 PS recht starken Allradler 350 4Matic, sind es immer noch vorbildliche 13,2 kWh.

Wer den 350 fährt, dürfte aber ohnehin mehr auf die Fahrleistungen als auf den Stromdurchsatz schielen. In der Tat ist der zivile Topliner (AMG wird folgen) ganz schön dynamisch unterwegs und übt unter voller Last mächtig Druck auf die Rücken der Passagiere aus. Aber auch der mit glatten 200 Kilowatt (272 PS) gesegnete Effizienz-Champion ist jetzt keine lahme Kiste und beschleunigt binnen 6,8 Sekunden auf 200 km/h. Dagegen muten die fünf Sekunden des 350 sportwagenmäßig an. In beiden Fällen wird bei 210 km/h gedeckelt. Abgesehen von der Längsperformance mag man den rund 2,2 Tonnen schweren CLA auch ganz gern auf kurvigen Landstraßen bewegen. Vor allem die feinfühlig-präzise Lenkung ist hieran nicht ganz unschuldig. Grundsätzlich transportiert der Benz seine User komfortabel, wenngleich man eine straffe Note nicht verleugnen kann.


Mercedes-Benz GLE/GLE Coupé (2027)


Fazit Mercedes CLA Shooting Brake

Zum Schluss noch ein paar Worte zur wirklich wichtigen Performance-Disziplin, und zwar ist die Rede vom Ladetempo. Und da kommen die Untertürkheimer endlich mal mit einem Pfund um die Ecke: Bis zu 320 kW Ladeleistung werden versprochen — oder anders ausgedrückt, es soll 22 Minuten dauern, um den Akku von 10 auf 80 Prozent zu bringen. Voraussetzung ist die optimale Batterietemperatur, wofür ohnehin gesorgt wird, wenn man die Funktion der automatischen Ladeplanung in Anspruch nimmt.

Künftig lässt sich die Konditionierung aber als zusätzlicher Funktionsumfang manuell starten. Auch die Reichweite ist nicht von schlechten Eltern. Auf der Landstraße zeigte der Bordcomputer selbst unter forcierten Bedingungen über 600 Kilometer — allerdings bei akkufreundlichen Temperaturen.

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