Das Autolöwen GmbH hat Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Heilbronn bestellte Rechtsanwalt Markus Schuster von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Hintergrund ist eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Mehrmarkenhändlers aus Schwäbisch Hall. Ziel des Verfahrens ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und eine Sanierung zu ermöglichen.
Autolöwen ist Händler der Marken Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Fiat Professional, Abarth, Alfa Romeo, Leapmotor und Jeep und betreibt insgesamt acht Standorte in Schwäbisch Hall, Öhringen, Ludwigsburg, Crailsheim, Heilbronn und Aalen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters wird der Verkaufs‑, Service‑ und Werkstattbetrieb an allen Standorten vorerst fortgeführt. Schuster arbeitet dabei in enger Abstimmung mit den finanzierenden Banken und den Lieferanten.
Insolvenzverwalter: "Wir werden alles versuchen"
Parallel verschafft sich der Insolvenzverwalter einen Überblick über die wirtschaftliche Lage und prüft Optionen für eine Sanierung. "Wir werden alles versuchen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, eine Sanierung zu ermöglichen und die Autohäuser zu erhalten", erklärte Schuster am Dienstag. Dazu habe er bereits einen Investorenprozess angestoßen.
Schuster zeigte sich verhalten optimistisch: "Schon im Vorfeld des Insolvenzantrags hat die Geschäftsführung des Autohauses mit Interessenten für einzelne Standorte konkrete Gespräche geführt. Diese Verhandlungen werden wir gemeinsam weiterführen und zugleich eruieren, ob eine Gesamtlösung möglich ist."
Löhne und Gehälter vorerst abgesichert
Betroffen von der Insolvenz sind rund 170 Mitarbeitende, darunter knapp 140 Beschäftigte sowie mehr als 30 Auszubildende. Ihre Löhne und Gehälter sind bis einschließlich Juni 2026 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Nach Ablauf dieses Zeitraums soll das Unternehmen die Personalkosten wieder selbst übernehmen.
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"Wir wollen das Autohaus mit Hilfe der Instrumente des Insolvenz‑ und Sanierungsrechts wirtschaftlich wieder in die richtige Richtung lenken und geben Gas bei der Suche nach Investoren", unterstrich Schuster. Dabei arbeite er eng mit der Geschäftsführung zusammen.
Zu den ersten Maßnahmen zählten Gespräche mit den finanzierenden Banken sowie mit dem Stellantis‑Konzern. "Die Rückmeldungen, die wir bislang erhalten haben, stimmen uns mit dem Blick auf den Erhalt der Standorte und möglichst vieler Arbeitsplätze zuversichtlich", erklärte der Rechtsanwalt.
Autolöwen: Viele Gründe für die Krise
Nach Angaben von Schuster ist die wirtschaftliche Schieflage auf mehrere Faktoren zurückzuführen. In den vergangenen Monaten habe es eine spürbare Kaufzurückhaltung bei Privat‑ und Firmenkunden gegeben. "Angesichts der konjunkturellen Entwicklungen und der damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten stellen Kunden derzeit einen Autokauf hinten an", betonte er.
Der daraus resultierende Preisdruck im Neu‑ und Gebrauchtwagengeschäft habe zu hohen Rabatten geführt, teilweise unter Einkaufspreis. Da viele Fahrzeuge vorfinanziert werden mussten, seien selbst spätere Verkäufe oft verlustbehaftet gewesen. Zusätzlich habe das politische Hin und Her bei der E‑Auto‑Förderung für Verunsicherung gesorgt und den Absatz – insbesondere gebrauchter Elektrofahrzeuge – erschwert, hieß es.
Belastend wirkte sich laut Schuster zudem der starke Preisverfall bei einzelnen Modellen aus. Leasingrückläufer erwiesen sich dadurch als defizitär, da das wirtschaftliche Risiko am Ende der Laufzeit beim Händler lag. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Personal, Energie und Kraftstoffe. In der Summe belastete dies die Liquidität des Unternehmens erheblich.
Der Insolvenzverwalter prüft auch den Umgang mit noch nicht vollständig abgewickelten Fahrzeugkäufen. Dazu soll zeitnah eine Abstimmung mit Herstellern und Banken erfolgen. "Es kommt hierbei maßgeblich auf das Zusammenspiel zwischen den Regelungen im Kaufvertrag einerseits und im Insolvenzrecht andererseits an", sagte er. Käufer bat er um Geduld, da diese Klärung etwas Zeit in Anspruch nehmen werde.
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