Die erneut gestiegenen Preise für Benzin und Diesel sorgen im Kfz-Gewerbe für Kritik an der aktuellen CO2-Bepreisung. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert die Bundesregierung auf, den nationalen CO2-Preis vorerst nicht weiter anzuheben. Hintergrund sind die gestiegenen Ölpreise, die Reisezeit zum Ferienbeginn und die daraus resultierenden Mehrkosten an den Tankstellen.
Zusätzliche Belastung von bis zu 19 Cent je Liter
Nach Ansicht des ZDK ist die mit der CO2-Bepreisung angestrebte Lenkungswirkung derzeit bereits durch die Marktpreisentwicklung erreicht. Daher sei ein zusätzlicher staatlicher Preisaufschlag nicht notwendig. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn erklärte: "Wenn die Preise ohnehin nach oben schießen, ist die gewünschte Lenkungswirkung bereits erreicht. Dann braucht es keinen zusätzlichen staatlich verursachten Preisaufschlag auf Kraftstoffe."
Der nationale CO2-Preis verteuert Kraftstoffe nach Angaben des Verbands aktuell um rund 16 bis 19 Cent pro Liter inklusive Mehrwertsteuer. Besonders betroffen seien Pendler, Familien und gewerbliche Nutzer. Der ZDK argumentiert, dass geopolitische Entwicklungen und saisonale Faktoren die Kraftstoffpreise bereits ausreichend steigen ließen und zusätzliche Belastungen die Situation weiter verschärften.
Anpassung des CO2-Preises gefordert
Konkret spricht sich der Verband dafür aus, den CO2-Preis im nationalen Emissionshandel auf das untere Ende des für 2026 vorgesehenen Preisrahmens von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 zu senken. Mindestens solle innerhalb dieses Korridors auf weitere Erhöhungen verzichtet werden. Damit könnten die Auswirkungen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes für Verbraucher und Unternehmen abgeschwächt werden.
Zur Finanzierung einer Entlastung verweist der ZDK auf den Klima- und Transformationsfonds (KTF), in den die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung fließen. Der Verband begrüßt zwar die Finanzierung von Fördermaßnahmen wie der E-Auto-Förderung, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur und Forschungsprojekten. Gleichzeitig kritisiert er, dass nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Einnahmen aus dem Verkehrssektor direkt wieder in Maßnahmen für den Straßenverkehr zurückfließe.
Steigende Preise belasten Kaufkraft
Für den Automobilhandel und das Kfz-Gewerbe bleibt die Entwicklung der Kraftstoffpreise ein wichtiges Thema. Steigende Mobilitätskosten könnten die Kaufkraft vieler Verbraucher zusätzlich belasten und damit auch Auswirkungen auf Fahrzeuganschaffungen und Werkstattbesuche haben. Der ZDK fordert deshalb, die aktuelle Situation an den Energiemärkten bei der weiteren Ausgestaltung der CO2-Bepreisung zu berücksichtigen und automobile Mobilität bezahlbar zu halten.
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