Der Berliner Online-Autoteilehändler Autodoc schlägt ein neues Kapitel seiner Geschichte auf. Erstmals hat sich das Unternehmen über die institutionellen Kreditmärkte finanziert und dafür ein sogenanntes Term Loan B in Höhe von 530 Millionen Euro platziert. Die Transaktion gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr finanzieller Flexibilität und möglichen Kapitalmarktaktivitäten in der Zukunft.
Insgesamt umfasst das Finanzierungspaket laut Autodoc 580 Millionen Euro. Neben dem Darlehen wurde auch eine revolvierende Kreditlinie über 50 Millionen Euro vereinbart. Laut Unternehmen war die Nachfrage der Investoren hoch. Der Kredit wurde zu einem Zinssatz von EURIBOR plus 3,50 Prozent platziert und läuft sieben Jahre.
Premiere auf dem Kreditmarkt
Für Autodoc ist der Deal nach eigenen Angaben mehr als eine reine Finanzierung. Der Teilehändler betritt damit erstmals die institutionellen Kreditmärkte und richtet seine Strukturen stärker auf die Anforderungen großer Investoren aus. Parallel wurde mit der Autodoc Holding SE eine neue Muttergesellschaft geschaffen. Deren Anteile liegen vollständig bei der AutoTech GmbH, der Investmentgesellschaft der drei Gründer Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel.
"Diese Transaktion ist ein entscheidender Moment für Autodoc – einer, der unser Selbstverständnis und unsere Arbeitsweise schärft", sagte CEO Dmitri Zadorojnii am Freitag. "Durch die Umsetzung dieser Finanzierungsstruktur haben wir uns eine öffentliche Finanzierung gesichert, die von einer Vielzahl institutioneller Investoren unterstützt wird, um den Weg zu neuen Kapiteln auf den Kapitalmärkten in der Zukunft weiter zu ebnen. Wir treten in dieses nächste Kapitel als schlankes, hoch fokussiertes und besser vorbereitetes Unternehmen ein (…)."
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Aktienrückkauf und mehr Spielraum
Ein Teil der Mittel soll laut Mitteilung für den Rückkauf von Anteilen verwendet werden, die derzeit von Gesellschaften gehalten werden, die mit von Apollo verwalteten Fonds verbunden sind. Darüber hinaus dienen die Erlöse zur Finanzierung der Transaktion selbst.
Aus Sicht des Managements stärkt die neue Struktur die strategischen Optionen des Unternehmens. CFO Lennart Schmidt verweist insbesondere auf die bislang schuldenfreie Bilanz des Unternehmens. Die Transaktion fördere die langfristige finanzielle Flexibilität und beschleunige die Rendite für die Aktionäre ohne jegliche Verwässerung des Eigenkapitals, erklärte er. "Außerdem verschafft sie uns eine Erfolgsbilanz bei institutionellen Investoren und stärkt unsere Optionen für einen möglichen Börsengang – der weiterhin auf unserer Agenda steht, wobei der Zeitpunkt von den Marktbedingungen abhängt."
Börsengang bleibt auf der Agenda
Die neue Finanzierung gilt auch als Signal an den Kapitalmarkt. Mit Ratings von Moody's (Ba3, stabiler Ausblick) und S&P (B+, positiver Ausblick) verfügt Autodoc nun über eine Referenz für künftige Finanzierungs- und Börsenpläne.
Operativ verfolgt das Unternehmen weiterhin das Ziel, sich vom reinen Online-Teilehändler zu einem umfassenden Technologieanbieter für den automobilen Aftermarket zu entwickeln. Künstliche Intelligenz, datengetriebene Prozesse und digitale Kundenerlebnisse sollen dabei künftig eine zentrale Rolle spielen.
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