Die Digitalisierung der Fahrzeugzulassung kommt voran, doch das klassische Behördengeschäft bleibt vorerst Realität. Die PremiumZulasser eG setzt deshalb auf einen hybriden Ansatz und verfolgt ambitionierte Wachstumspläne. Bis 2031 soll die Zahl der über die Plattform PZeG.online abgewickelten Zulassungsvorgänge auf mehr als 2,5 Millionen steigen.

Der genossenschaftliche Verbund erwartet für das laufende Jahr rund 1,9 Millionen Aufträge. Das strategische Ziel entspricht damit einem Zuwachs von gut 32 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre. Für Deutschlands größtes Netzwerk von Zulassungsdienstleistern geht es dabei nicht nur um Wachstum, sondern auch um die Rolle als Taktgeber der digitalen Transformation. 

Wachstumskurs bei Zulassungsplattform 

Rund 60 lokale und regionale Dienstleister sind unter dem Dach der PremiumZulasser eG organisiert. Gemeinsam decken sie nach eigenen Angaben bereits etwa 85 Prozent der deutschen Zulassungsstellen ab. "Wir wollen unsere führende Plattform für Fahrzeugzulassungen in Deutschland weiter ausbauen – sowohl im stationären als auch im digitalen Geschäft", kündigte PZeG-Vorstandsvorsitzender Florian Cichon auf der Generalversammlung in Olpe an.

Neben höheren Volumina setzt die Genossenschaft auf Prozessqualität. Ziel sei es, auch künftig Maßstäbe im Online-Zulassungsgeschäft zu setzen. Cichon betonte: "Darüber hinaus wollen wir Marktführer sein – mit den effizientesten, stabilsten und kundenfreundlichsten Prozessen im Online-Zulassungsgeschäft."

Während viele neue Marktteilnehmer auf vollständig digitale Lösungen setzen, sieht die Genossenschaft darin derzeit noch Grenzen. Nach Einschätzung der PremiumZulasser werden nach wie vor rund 80 Prozent aller Zulassungsvorgänge klassisch bei den zuständigen Straßenverkehrsämtern eingereicht. "Das kostet Umsatz", so Cichon.

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Genau daraus leitet der Verbund einen Wettbewerbsvorteil seines Systems ab. Über PZeG.online lassen sich Vorgänge digital und gleichzeitig analog bearbeiten. Aus Sicht der Kölner Genossenschaft ist das derzeit die praxisnähere Lösung. 

Parallel zum Wachstum will die Genossenschaft ihre Präsenz weiter ausbauen. Noch bestehende regionale Lücken sollen geschlossen werden. Cichon: "Wir wollen bundesweit an allen Zulassungsstellen mit eigenen Teams vertreten sein. Heute decken wir bereits rund 85 Prozent der Straßenverkehrsämter ab."

Kritik an digitalen Behördenprozessen 

Deutlich wurde der Vorstandsvorsitzende auch bei der Bewertung der Großkundenschnittstelle (GKS) des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Aus Sicht von Cichon besteht hier weiterhin erheblicher Verbesserungsbedarf. "Solange die Prozesse nicht deutlich beschleunigt und verlässlicher gestaltet werden, bleibt die Motivation, die GKS flächendeckend zu nutzen, begrenzt", stellte er fest. 

Vor allem Händler müssten derzeit zusätzliche finanzielle Belastungen und Risiken schultern. Für eine erfolgreiche Digitalisierung fordert die Genossenschaft deshalb eine stärkere Einbindung der Praxis in die Weiterentwicklung der Systeme. "Aus unserer Sicht kann Digitalisierung nur dann erfolgreich sein, wenn alle relevanten Akteure – insbesondere aus der Praxis – frühzeitig und konsequent in die Entscheidungen des KBA eingebunden werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Lösungen den realen Anforderungen des Markts nicht gerecht werden."

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