Dacia hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit 327.077 Fahrzeuge ausgeliefert. Das entspricht einem Rückgang von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal blieb die rumänische Renault-Tochter mit 181.729 Einheiten dagegen nahezu auf Vorjahresniveau (minus 0,3 Prozent). In Europa erreichte Dacia einen Pkw-Marktanteil von 3,9 Prozent.

Für die zweite Jahreshälfte sieht sich die Budget-Marke dennoch gut aufgestellt. Der Auftragsbestand lag Ende Juni auf dem Niveau des Vorjahres. Das deute auf eine stabile Nachfrage und eine hohe Widerstandsfähigkeit im aktuellen Marktumfeld hin, sagte Marketing- und Vertriebschef Frank Marotte am Dienstag vor Medienvertretern .

Einen weiteren Vorteil sieht Dacia in den wettbewerbsfähigen Gesamtbetriebskosten über die komplette Modellpalette hinweg, insbesondere bei LPG- und Hybridfahrzeugen. Dabei will die Marke ihrer Strategie treu bleiben: Nachhaltiges Wachstum und Wertschöpfung stehen vor reinem Volumenwachstum. 

Wettbewerb durch E-Autos und China-Marken nimmt zu

Dacia verweist aktuell auf den wachsenden Anteil von Elektrofahrzeugen in Europa und den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller. Nach Angaben von Marotte haben sich insbesondere im zweiten Quartal die Marktanteile batterieelektrischer Fahrzeuge deutlich erhöht. Der Manager machte deutlich, dass Dacia seinen Kurs dennoch nicht ändern werde: "Wir haben nicht die Absicht, chinesische Angebote zu kopieren." Stattdessen wolle die Marke an ihrer Strategie festhalten, erschwingliche Fahrzeuge mit den aus Kundensicht wichtigsten Ausstattungsmerkmalen anzubieten.

Starker Privatkundenanteil eine Bank

Für den Handel bleibt die starke Position im Privatkundengeschäft ein wichtiger Faktor. Nach Unternehmensangaben entfallen 77 Prozent der Verkäufe in den fünf größten europäischen Märkten auf Privatkunden. Zudem verfolgt Dacia weiterhin eine konsequente Nettopreisstrategie mit vergleichsweise geringen Nachlässen. Ein weiteres Argument für Händler ist die Restwertentwicklung. "Unsere Restwerte liegen weiterhin 13 Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt in den fünf größten westeuropäischen Märkten", so Marotte.


Dacia Striker


Sandero bleibt Europas meistverkauftes Auto

Zu den wichtigsten Stützen des Herstellers zählt weiterhin der Sandero. Das Modell bleibt laut Dacia das meistverkaufte Fahrzeug Europas über sämtliche Vertriebskanäle hinweg. Gleichzeitig rangiert die Marke auf Platz drei des europäischen Privatmarktes. Auch die höherwertigen Varianten gewinnen an Bedeutung. Insgesamt entfallen inzwischen 58 Prozent der Bestellungen auf gehobene Ausstattungslinien. Beim Duster liegt der Anteil bei 71 Prozent, beim Bigster sogar bei 82 Prozent. 

Verschiebung hin zu Elektroantrieben

Der Anteil elektrifizierter Antriebe steigt auch bei Dacia. Bei den Bestellungen entfallen bereits 37 Prozent auf Hybridversionen des Jogger, 40 Prozent auf den Duster Hybrid und 68 Prozent auf den Bigster Hybrid. Für die kommenden Jahre erwartet Dacia eine weitere Verschiebung hin zu elektrifizierten Antrieben. Marotte formulierte dafür ein klares Ziel: "Bis 2030 sollen zwei Drittel unserer Verkäufe elektrifizierte Fahrzeuge sein."

Neue Modelle in den Startlöchern

Die wichtigste Wachstumschance sieht Dacia im Ausbau des Modellangebots. Im zweiten Halbjahr sollen gleich drei Neuheiten zusätzliche Impulse bringen. Den Anfang macht der Sandero Hybrid. Hinzu kommen der neue Lifestyle-Kombi Striker sowie die nächste Generation des kleinen Elektroautos Spring. Der neue Spring soll künftig in Europa produziert werden und als besonders günstiger Stromer positioniert bleiben. Zum künftigen Kurs sagte Marotte: "Unser Ziel bleibt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in jeder Technologie."

Aus Sicht des Handels dürften insbesondere der Sandero Hybrid und der Striker neue Kundengruppen erschließen. Gleichzeitig erhält Dacia mit dem neuen Spring mehr Möglichkeiten, auf die steigende Nachfrage nach bezahlbaren Elektrofahrzeugen zu reagieren.


Dacia Duster Hybrid-G 150 4x4 (2026)


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