Autofahrer in Deutschland und vielen Nachbarländern müssen Anfang August verstärkt mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen. Vom 3. bis 9. August läuft die europaweite „Speedweek“ des Polizeinetzwerks Roadpol. Die Behörden wollen vor allem auf unfallträchtigen Strecken und an sensiblen Orten wie Schulen, Baustellen oder Krankenhäusern kontrollieren.

Nicht alle Bundesländer machen mit

In Deutschland haben laut ADAC bislang 13 Bundesländer ihre Teilnahme angekündigt. Bayern, das Saarland und Sachsen beteiligen sich nicht. Anders als bei der vorangegangenen Aktionswoche im April ist kein gesonderter 24-stündiger Blitzermarathon vorgesehen, die Kontrollen sollen sich stattdessen gleichmäßig über die Woche verteilen. Die Polizei setzt dabei verstärkt mobile und stationäre Messanlagen ein. Kontrollen finden sowohl auf Autobahnen und Bundesstraßen als auch innerorts statt. Nur wenige Länder und Kommunen veröffentlichen vorab einzelne Kontrollstellen. Autofahrer sollten deshalb nicht darauf vertrauen, dass bekannte Messpunkte die einzigen Kontrollorte bleiben.

Wo wird kontrolliert?

Konkrete Messstellen werden meist nicht im Voraus bekanntgegeben. Nach Angaben des ADAC konzentrieren sich die Kontrollen insbesondere auf unfallträchtige Streckenabschnitte sowie Bereiche mit erhöhter Gefährdungslage. Dazu zählen unter anderem:

Zusätzlich können jederzeit unangekündigte Kontrollen stattfinden. Wer in den Sommerferien auch im Ausland unterwegs ist, sollte ebenfalls auf die Einhaltung der Tempolimits achten. Die Aktion wird europaweit koordiniert.

Tausende Verstöße bei der Frühjahrsaktion

Wie viele Verstöße während der aktuellen Kontrollwoche festgestellt werden, ist noch offen. Die Ergebnisse werden die Länder nach Abschluss der Aktion veröffentlichen. Bei der Speedweek im April wurden allein in Baden-Württemberg mehr als 58.000 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Fast 10.000 Fahrer waren dort mehr als 21 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs.

Der ADAC sieht positiven Effekt

Der ADAC bewertet die Kontrollwochen grundsätzlich positiv. Nach Einschätzung des Automobilclubs können die verstärkten Kontrollen und die begleitende Berichterstattung das Bewusstsein für die Gefahren von zu hohem Tempo schärfen und so einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Zugleich weist der Verein darauf hin, dass einzelne Aktionswochen allein nicht ausreichen, um die Unfallzahlen dauerhaft zu senken. Entscheidend sei, dass Verkehrsteilnehmer Tempolimits als verbindliche Höchstgrenzen verstehen und ihre Geschwindigkeit stets den jeweiligen Bedingungen anpassen.

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