Der chinesische Hersteller Xpeng hat sich am Samstag in der MEWA-Arena in Mainz anlässlich des ersten Bundesliga-Spieltags gegen Paderborn nicht nur als neuer Mobilitätspartner präsentiert, sondern auch seine Marktstrategie vorgestellt. Dabei bleibt man bei einer Vertriebspolitik der eher leisen Töne. Die Ambitionen in Europa und vor allem Deutschland sind trotzdem sehr ehrgeizig.

"Der deutscheste aller Chinesen." Mit diesem Satz brachte Markus Schrick, Geschäftsführer der Vertriebsregion Central Europe von Xpeng, die Ambitionen des chinesischen Elektroautoherstellers auf den Punkt. Hinter der selbstbewussten Formulierung steckt eine klare Strategie: Xpeng will in Deutschland nicht als weiterer China-Newcomer wahrgenommen werden, sondern als langfristig etablierte Automobilmarke mit technologischer Kompetenz, verlässlichen Partnern und profitablem Wachstum.

Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle innerhalb der europäischen Expansion. Nach ersten Erfahrungen in Norwegen und den Niederlanden konzentriert sich Xpeng zunehmend auf den größten Automobilmarkt Europas. Bis Ende Juli 2026 verzeichnete die Marke nach eigenen Angaben 4.610 Neuzulassungen. Allein im Juli wurden 1.252 Fahrzeuge zugelassen, der bislang stärkste Monat seit dem Marktstart.

Für das Gesamtjahr peilt Schrick mehr als 8.000 bis 8.500 Einheiten an. Sollte sich die aktuelle Entwicklung fortsetzen, sei sogar eine fünfstellige Zulassungszahl möglich. Bereits 2025 habe XPeng das erste vollständige Geschäftsjahr in Deutschland mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen, hieß es. Für 2026 erwartet das Unternehmen erstmals mehr als 100.000 Fahrzeuge in den Auslandsmärkten. Europa gilt dabei als Herzstück der internationalen Wachstumsstrategie.

AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel (r.) mit XPeng-Central-Europe-Chef Markus Schrick anlässlich der Pressekonferenz in Mainz © Foto: AUTOHAUS

Technologie als zentrales Differenzierungsmerkmal

Xpeng versteht sich dabei weniger als klassischer Autobauer und stärker als Technologieunternehmen. Rund 40 Prozent der weltweit knapp 20.000 Mitarbeiter arbeiten in Forschung und Entwicklung, ein großer Teil davon im Softwarebereich. Die aktuellen Modelle basieren auf einer 800-Volt-Architektur, ermöglichen Ladeleistungen von über 300 kW und sollen unter optimalen Bedingungen innerhalb von rund zehn Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden können. Hinzu kommen Reichweiten von bis zu 615 Kilometern, Over-the-Air-Updates sowie sieben Jahre Fahrzeug- und acht Jahre Batteriegarantie, erklärte Schrick.


Xpeng L03


Parallel investiert das Unternehmen in autonome Fahrfunktionen, Robotik und fliegende Fahrzeuge. Noch Ende 2026 soll in China die nächste Generation des autonomen Fahrens in Serie eingeführt werden. Für Xpeng sind diese Entwicklungen vor allem Technologietreiber für künftige Fahrzeuggenerationen. Zusätzliche Impulse erwartet man von neuen Modellen. Neben den Baureihen G6, G9 und P7 Plus soll insbesondere der neue L03 zusätzliche Volumina erschließen. Das kompakte SUV wurde im Juli 2026 in München vorgestellt und kommt im Oktober auf den Markt. Weitere SUV-Modelle sind angekündigt.

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Mainz 05 als langfristige Plattform

Die Zusammenarbeit mit Mainz 05 ist Teil dieser langfristigen Markenstrategie. Xpeng stellt dem Bundesligisten rund 28 Fahrzeuge zur Verfügung und nutzt die Partnerschaft als Plattform für dauerhafte Sichtbarkeit und Kundenkontakte. Dabei steht weniger das klassische Sponsoring im Mittelpunkt als der kontinuierliche Aufbau von Bekanntheit und Vertrauen. Jochen Röttgermann, Vorstand Marketing und Vertrieb des 1. FSV Mainz 05, berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen nach dem Wechsel auf die vollelektrische Flotte. "Ich war lange Hybrid-Fahrer, bin jetzt voll elektrisch. Das Laden war mein Vorbehalt, aber ich bin total happy", sagte Röttgermann. Besonders die Alltagstauglichkeit und die Qualität der Fahrzeuge hätten ihn überzeugt.

Auch David Schössler, Direktor B2B bei Mainz 05, sieht in Xpeng mehr als nur einen Fahrzeuglieferanten. "Wir haben mit vielen gesprochen", erklärte er. Entscheidend seien letztlich die gemeinsamen Werte, die nachhaltige Ausrichtung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit gewesen. Xpeng agiere "auf Augenhöhe, menschlich, schnell". Vorbehalte gegenüber einem chinesischen Hersteller habe es nicht gegeben. Überzeugt hätten vielmehr die handelnden Personen, die Seriosität des Unternehmens und die Qualität der Produkte.

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