Die Nachfrage nach vollelektrischen Pkw hat auch im August weiter zugenommen, der Markt insgesamt bleibt auf gutem Niveau. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Donnerstag mitteilte, kamen im vergangenen Monat 212.563 Pkw neu auf die deutschen Straßen, das waren 2,6 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2025. Private Neuzulassungen legten im Berichtsmonat um 16,9 Prozent zu, ihr Anteil betrug 40,5 Prozent. Die Neuzulassungen für gewerblich Haltende sanken um 5,3 Prozent, ihr Anteil betrug 59,4 Prozent. Insgesamt wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 1.965.024 Neuwagen zugelassen, 4,8 Prozent mehr im Vorjahreszeitraum.
Besonders dynamisch entwickelt sich weiter die Elektromobilität. Im August registrierte das KBA 68.930 neue BEV, das waren stolze 75,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Stromer erreichten damit einen Anteil von 32,4 Prozent. 84.603 Neuwagen verfügten über einen hybriden Antrieb und erzielten einen Anteil von 39,8 Prozent (plus 2,5 %), darunter 25.406 Plug-in-Hybride (12,0 % / plus 6,0 %). 16,7 Prozent der Neuzulassungen waren Benziner (35.536 Pkw), ihre Anzahl nahm im Vergleich zum Vorjahresmonat um 37,9 Prozent ab. 22.516 Diesel-Pkw waren mit 17,3 Prozent ebenfalls rückläufig, ihr Anteil betrug 10,6 Prozent. 971 flüssiggasbetriebene Pkw (0,5 % / plus22,1 %) kamen zur Neuzulassung.
Der Markt zeige, dass "Vielfalt und Produktangebot im Einstiegssegment den Hochlauf der Elektromobilität voranbringen", sagte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé mit Blick auf den hohen E-Auto-Anteil der Importmarken. "Entscheidend ist jetzt, diesen positiven Trend mit verlässlichen und wettbewerbsfreundlichen Rahmenbedingungen für bezahlbare Mobilität weiter zu stärken."
E-Auto-Boom trifft auf schwierigen Gesamtmarkt
Ambivalenter sieht das Deutsche Kfz-Gewerbe die Situation. "Die August-Zahlen zeigen: Das Elektroauto gewinnt weiter an Dynamik und wird für immer mehr Kunden zur echten Alternative. Der Markt für vollelektrische Fahrzeuge wächst sichtbar – und zwar mit zunehmender Geschwindigkeit", erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Dies sei aber nur eine Seite der Medaille. "Unsere Branche leidet insgesamt unter zu niedrigen Fahrzeugverkäufen, hohen Kosten und gestiegenen Zinsen. Das trifft nicht nur die Kunden, sondern auch die Betriebe. Wenn Unternehmen bereits aufgeben müssen, zeigt dies, wie ernst die Lage ist."
VAD: Keine Krise im Autohandel
"Die Zeiten sind herausfordernd – aber es gibt keine echte Krise im Autohandel", sagte hingegen Burkhard Weller, Präsident des Verbandes der Automobilhändler Deutschlands (VAD). "Aus der aktuellen Marktlage, der Verkaufsoffensive chinesischer Hersteller und der stabilen Nachfrage ergeben sich viele Chancen." Schließlich seien auch die neuen Marken aus China auf leistungsfähige Händler angewiesen. Weller: "Man darf den Handel nicht mit der Automobilindustrie verwechseln."
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Smart mit stärkstem Zuwachs
Unter den deutschen Marken wies Smart mit 18,9 Prozent den stärksten Zuwachs im August auf und erreichte einen Neuzulassungsanteil von 0,2 Prozent. Die Marken Mercedes (+8,0 %/9,7 %) und BMW (+2,0 %/8,9 %) konnten ebenfalls Zugewinne erzielen. Die Marken Mini (-0,6 %/1,3 %), Ford (-3,8 %/4,2 %), Opel (-8,7 %/4,7 %), Porsche (-10,0 %/0,7 %), VW (-14,0 %/15,2 %) und Audi (-16,5 %/6,0 %) verbuchten hingegen sinkende Zulassungszahlen. VW war trotz des Rückgangs mit einem Anteil von 15,2 Prozent anteilstärkste deutsche Marke.
Bei den Importmarken mit mindestens fünfstelligen Neuzulassungszahlen legte Skoda als volumenstärkste Marke mit 15.526 Pkw und einem Plus von 7,3 Prozent sowie einem Anteil von 7,3 Prozent am deutlichsten zu. Skoda erwies sich zudem als anteilsstärkste Importmarke. Die zweitvolumenstärkste Marke Seat lag mit 11.189 Einheiten und minus 12,1 Prozent sowie einem Neuzulassungsanteil von 5,3 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats.
Kia und Renault legen zu.
Neben Skoda konnten auch Kia (6.382 Pkw/+32,4 %/3,0 %), BYD (5.256 Pkw/+371,8 %/2,5 %), Renault (5.211 Pkw/+27,9 %/2,5 %), Peugeot (4.817 Pkw/+12,4 %/2,3 %), Citroen (4.579 Pkw/+13,0 %/2,2 %) und Fiat (4.518 Pkw/+3,2 %/2,1 %) ein positives Ergebnis erzielen. Hyundai (7.261 Pkw/-1,7 %/3,4 %), Toyota (5.711 Pkw/-10,1 %/2,7 %) und Dacia (5.164 Pkw/-0,7 %/2,4 %) verbuchten einen Rückgang.
Mit einem Anteil von 37,6 Prozent waren die SUV (+12,0 %) das stärkste Segment. Zweistellige Anteile erreichten auch die Kleinwagen (14,5 %/+11,8 %) und die Kompaktklasse (11,8 %/-18,9 %). Die Minis (3,0 %) erzielten hingegen mit 24,6 Prozent die deutlichste Steigerung, gefolgt von der Mittelklasse (+14,9 %/8,2 %) und Oberen Mittelklasse (+13,5 %/5,1 %). Die Segmente Oberklasse (-26,1 %/0,4 %), Sportwagen (-23,3 %/0,4 %), Wohnmobile (-21,4 %/1,9 %), Großraum-Vans (-17,7 %/ 1,4 %), Geländewagen (-11,4 %/9,3 %), Mini-Vans (-9,2 %/0,7 %) und Utilities (-0,2 %/4,8 %) lagen wiederum hinter dem Ergebnis des Vergleichsmonats.
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