Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) baut seine Führungsstruktur grundlegend um. Auf der Mitgliederversammlung im Rahmen der Automechanika Frankfurt beschlossen die Delegierten am Dienstag eine Verkleinerung des Vorstands von bislang 13 auf künftig zehn Mitglieder. Ziel der Neuaufstellung ist es, Entscheidungen zu beschleunigen und die Interessen des Kfz-Gewerbes künftig noch wirkungsvoller zu vertreten.
"Wir wollen Verantwortung bündeln, Entscheidungen beschleunigen und unsere Kräfte dort konzentrieren, wo sie für das Kfz-Gewerbe den größten Unterschied machen", erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn laut einer Verbandsmitteilung. "Unser neuer Vorstand verbindet unternehmerische Erfahrung, politische Kompetenz und tiefen Sachverstand aus Werkstatt, Technik, Berufsbildung und Autohausgeschäft. Damit sind wir für die Herausforderungen der Branche sehr gut aufgestellt."
Weniger Köpfe, mehr Schlagkraft
Mit der Verkleinerung des Führungsgremiums reagiert der Dachverband auf die wachsenden Herausforderungen für Handel, Werkstätten und Servicebetriebe. Der neue Vorstand soll schneller agieren und zugleich die gesamte Bandbreite des Kfz-Gewerbes abdecken.
Zu den zentralen Themenfeldern zählen Werkstattgeschäft, Fahrzeugtechnik, Berufsbildung, Digitalisierung, Unternehmertum und die Interessenvertretung freier Werkstätten. Der ZDK will damit Entscheidungswege verkürzen und seine Position als Sprachrohr der Branche stärken.
Neue Gesichter und starke Branchenvertreter
Der neue Vorstand vereint erfahrene Verbandsvertreter und Unternehmerpersönlichkeiten. Thorsten Krämer steht insbesondere für die Themen Berufsbildung, Prüfungswesen sowie digitale Ausbildungsprozesse. Karl-Heinz Bley bringt neben seiner Werkstatt- und Branchenexpertise auch politische Erfahrung ein. Michael Schneider vertritt die Belange freier Werkstätten.
ZDK-Vorstandswahlen 2026
Neu in das Gremium gewählt wurde Belinda Erkner von der Erkner Gruppe. Die Unternehmerin steht für die Perspektive der nächsten Generation, moderne Führungsstrukturen und die Förderung von Frauen in der Branche. Mit Peter Schäfer von der Autohausgruppe KreuterMedeleSchäfer erhält zudem die Sicht des Mehrmarkenhandels zusätzliches Gewicht im Vorstand.
"Wir repräsentieren das gesamte Kfz-Gewerbe – vom Autohaus bis zur freien Werkstatt", betonte Peckruhn. "Dafür brauchen wir im Vorstand genau diese Mischung aus praktischer Erfahrung und strategischem Blick auf die Zukunft."
Mit der Neuordnung endet zugleich die Amtszeit mehrerer Vorstandsmitglieder: Detlef Peter Grün, Michael Kraft, Jeffrey Kilian, Helmut Peter, Petra Wieseler und Arnulf Winkelmann gehören dem Gremium nicht mehr an. Der Verband dankte ihnen für ihre langjährige Arbeit und ihre Beiträge zur Weiterentwicklung des Kfz-Gewerbes.
Klare Rollen nach der Trennung von BIV und ZDK
Die personelle Neuaufstellung erfolgt in einer Phase organisatorischer Veränderungen. Nach der Trennung von ZDK und Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV) wollen beide Organisationen künftig arbeitsteilig zusammenarbeiten.
Peckruhn sieht darin keinen Widerspruch: "Eigenständigkeit und Geschlossenheit gehören für uns zusammen. ZDK und BIV müssen ihre jeweiligen Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar und eigenständig wahrnehmen, zugleich aber dort geschlossen auftreten, wo es um die gemeinsamen Interessen des Kfz-Gewerbes geht. Unser Ziel ist eine starke Einheit nach außen – mit dem ZDK als Dachorganisation und einer klaren, arbeitsteiligen Zusammenarbeit mit dem BIV."
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