Mit dem vollelektrischen Kompaktwagen Geely E2 und ehrgeizigen Plänen für den deutschen Markt hat Geely Auto Deutschland am Montag interessierte Händler ins niederbayerische Landshut eingeladen. Neben ersten Fahreindrücken standen vor allem die Strategie des chinesischen Automobilkonzerns und der Ausbau des deutschen Händlernetzes im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Umfassendes Netz geplant
Laut Philipp Hempel, Executive Director Geely Auto Deutschland, will die Marke ihre Fahrzeuge langfristig im Volumensegment platzieren. Hierfür brauche man ein starkes und umfassendes Händlernetz, dessen Ausbau nun forciert werde. Bis Ende dieses Jahres sollen mindestens 50 Standorte aktiv sein. 2027 möchte das Unternehmen diese Zahl bereits auf 150 ausweiten, wie Erik Böhme, Senior Manager Network Development bei Geely Auto Deutschland, erläuterte.
Die Einstiegshürden in Bezug auf die Showroom-Gestaltung werden dabei bewusst niedrig gehalten. Die Basisvariante des Showrooms, die sogenannte "Klasse B", müsse unter anderem lediglich 200 Quadratmeter und einen Sichtschutz zu anderen Marken umfassen, um fünf Fahrzeuge ausstellen zu können. Spezielle Fliesen seien dabei beispielsweise nicht notwendig, und den Investitionsaufwand zur Präsentation der Markenlogos und der Fassadengestaltung halte man ebenfalls bewusst auf einem niedrigen Level, hieß es.
Neben dem Ausbau des Händlernetzes legt Geely den Fokus auf die Errichtung eines Teilelagers in Deutschland. "Das Aftersales-Geschäft steht und fällt mit den Teilen", bekräftigte Hempel dessen Notwendigkeit. Die Übernachtlieferung häufig benötigter Teile solle so ermöglicht werden und die Wartezeiten für Kunden verkürzen. Das Ersatzteilzentrum wird dem Executive Director zufolge spätestens im ersten Quartal 2028 in Betrieb genommen werden. Derzeit wird die Teileversorgung von einem Lager in den Niederlanden abgewickelt.
Marketingoffensive
Wie Geely Auto Deutschland die Marke in der Breite bekannt machen möchte, war ebenfalls Thema der Veranstaltung. "Uns ist die notwendige Aufbauarbeit bewusst und wir setzen diese um", so Hempel weiter. In naher Zukunft werde man hierfür unter anderem Werbung im Breiten-TV schalten und die Social-Media-Präsenz ausweiten. Die lokale Markenbekanntheit will das Unternehmen mit Hilfe der Partnerbetriebe erhöhen. Hierfür sollen Event- und Starterkits für die Autohäuser zur Verfügung gestellt werden. Zudem bekommt jeder Handelspartner eine Vertriebsregion, in der kein weiterer Geely-Partner tätig ist.
Geely Explorer Event 2026 in Landshut
Ebenfalls mit Spannung erwartet wurde auf dem Geely Partner Day die Vorstellung des neuen E2. Das vollelektrische Modell im C-Segment ergänzt das bisherige Portfolio aus dem Plug-in-Hybrid Starray EM-i und dem Elektro-SUV E5. Die Pro-Version des Geely E2 startet preislich bei 19.990 Euro, die Ausstattungslinie Max kostet 23.990 Euro, während die Ultra-Variante ab 26.990 Euro erhältlich ist.
Die Einstiegsversion des E2 wird von einem 60-kW-Motor angetrieben und verfügt über eine 35,35-kWh-Batterie. Die WLTP-Reichweite gibt Geely mit 252 Kilometern an. Die Varianten Max und Ultra sind mit einem 85-kW-Motor sowie einer 47,14-kWh-Batterie ausgestattet. Angetrieben wird der E2 über die Hinterachse. Dadurch entsteht unter der Fronthaube zusätzlicher Stauraum in Form eines Frunks.
Laut Michael Jürgens, Senior Product Manager bei Geely Auto Deutschland, erfüllt der E2 höchste Sicherheitsstandards und wurde im Euro-NCAP-Crashtest mit fünf Sternen bewertet. Sicherheit habe im Konzern bei allen Modellen einen hohen Stellenwert. "Niemand muss bei uns etwas dazu kaufen, um ein sicheres Auto zu fahren", betonte Jürgens.
Von den Fahreigenschaften konnten sich die anwesenden Händler im Anschluss an die Produktpräsentation bei einer ausgedehnten Testfahrt rund um Landshut selbst überzeugen. Und: Das nächste Modell steht schon in den Startlöchern. Noch in diesem Jahr plant Geely dessen Einführung in Deutschland. Bis 2028 soll die Modellpalette nach Angaben von Jürgens auf 16 Stück anwachsen.
Branchen-Partnerschaften im Fokus
Zack Zhang, Managing Director Geely Auto Deutschland und CPO Geely Brand Europe, hob in seiner Präsentation hervor, dass Geely auch in Zukunft großen Wert auf starke Partnerschaften legen wird. Das zeige sich nicht nur im Aufbau eines stabilen Handelsnetzes. Gerade in der Entwicklung und der Produktion sei der weltweit siebtgrößte Automobilhersteller dabei, diese weiter auszubauen. Im spanischen Valencia arbeitet das Unternehmen beispielsweise seit Kurzem mit Ford an einem gemeinsamen Produktionsstandort (wir berichteten).
Geely E2 (2026)
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