Die wirtschaftliche Lage im Opel-Handel hat sich zuletzt differenziert entwickelt. Nach einem starken Jahresauftakt mit deutlichen Zulassungszuwächsen und Marktanteilsgewinnen hat sich das Wachstum im Jahresverlauf spürbar normalisiert. Die Modellpalette mit Corsa, Mokka, Grandland und Frontera sorgt zwar weiterhin für Rückenwind. Gleichzeitig rückt für viele Betriebe wieder stärker die Frage in den Vordergrund, wie sich Absatz in nachhaltige Rendite übersetzen lässt.

Umso bemerkenswerter fiel die Stimmung bei der Jahrestagung des VDOH in Frankfurt aus. Knapp neun Monate vor Ablauf der Frist für die Unterzeichnung der neuen Händlerverträge bis Ende Juni 2027 zeichnet sich in mehreren zentralen Themenfeldern eine konstruktivere Zusammenarbeit zwischen Stellantis und seinem Netz ab. Vor allem bei den Restwerten, der Finanzierung und den Investitionen in die neue CI sehen Händler und Verband Bewegung. "Die Harmonie ist besser als ihr Ruf", fasste ein Händler die Stimmung in Frankfurt zusammen. 

Restwerte: Die Richtung stimmt 

Dass sich der Ton im Netz verbessert hat, hat vor allem wirtschaftliche Gründe. Um die Rendite der Betriebe in einem schwierigen Marktumfeld abzusichern, zeigt sich Stellantis bei den drängendsten Themen entgegenkommender als in den Vorjahren.

Besonders intensiv beschäftigt Händler und Verband weiterhin das Thema Gebrauchtwagenrestwerte. Nach Angaben aus Händlerkreisen hat Stellantis signalisiert, sich künftig an erwartbaren Verlusten bei Leasingrückläufern partiell beteiligen zu wollen. 

Eine endgültige Vereinbarung gibt es zwar noch nicht. Nach Worten von VDOH-Geschäftsführer Jürgen F. Hölz befinde man sich jedoch in "sehr intensiven Gesprächen". Grundsätzlich gehe der Verband davon aus, dass eine Einigung zustande komme. Offen seien derzeit vor allem noch "Form und konkrete Ausgestaltung". 

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Hohe Investitionen in die neue CI 

Ein großes Thema im Opel-Handel bleibt die neue Corporate Identity (CI). Je nach Betriebsgröße stehen für die Partner erhebliche Investitionen an, die in einzelnen Fällen durchaus in den Millionenbereich reichen kann. 

Genau hier ist Stellantis den Händlern einen wichtigen Schritt entgegengekommen. Die Betriebe sollen Unterstützungsvereinbarungen zwecks Kostenübernahme für die Innen-CI erhalten. Beim Händlerverband spricht man deshalb von einer "liquiditäts- und kostenneutralen" Lösung für den Handel. 

Bewegung im Vertrieb 

Auch bei der Absatzfinanzierung für den GW-Bereich zeichnet sich Bewegung ab. Angesichts der weiterhin hohen Preissensibilität vieler Kunden gewinnen attraktive Finanzierungsangebote für den Fahrzeugverkauf wieder an Bedeutung. Konkrete Programme wurden in Frankfurt zwar noch nicht vorgestellt. Im Netz wächst jedoch die Erwartung, dass Stellantis den Absatz künftig stärker über subventionierte Finanzierungsmodelle unterstützen wird. 

Ein weiterer Streitpunkt aus dem Vorfeld der neuen Händlerverträge scheint aus Sicht des Handels weitgehend entschärft. Zwar ist im neuen Vertrag weiterhin vorgesehen, dass Opel Fahrzeuge auch online vertreiben kann. Die operative Abwicklung bleibt jedoch im Netz. Das Thema sei damit aktuell "zur vollumfänglichen Zufriedenheit der Händler geregelt", sagte Hölz. Ausschlaggebend ist aus Sicht des Verbands, dass die Partner auch künftig fester Bestandteil des Verkaufs- und Auslieferungsprozesses bleiben und der Online-Vertrieb wettbewerbskonform ist.


Opel Corsa GSE (2026)


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