Die VW-Softwaretochter Cariad steht vor einem größeren Stellenabbau. Konkret geht es um rund 1.000 Stellen, die gestrichen werden sollen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen. Betroffen wäre damit knapp ein Viertel der rund 4.300 verbliebenen Cariad-Beschäftigten. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet.

Bis wann und auf welche Weise die Stellen abgebaut werden sollen, ist noch offen. Nun soll mit den Arbeitnehmervertretern darüber verhandelt werden. Auch Tarifverträge wurden demnach gekündigt. Ein Cariad-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Bericht: Investitionen sollen sinken

Wie das "Handelsblatt" berichtete, soll das Unternehmen die Beschäftigten am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung unter anderem über den Stellenabbau informiert haben. Dieser sei nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu externen Softwareanbietern zu sichern, heißt es unter Berufung auf Teilnehmer.

Dem Bericht zufolge soll das Unternehmen seine Investitionen von 2027 bis 2031 um rund 6,1 Milliarden Euro kürzen. Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts soll Cariad zudem weitere 400 Millionen Euro zur geplanten Verbesserung des operativen Konzernergebnisses beitragen. Der Zukunftsplan des Vorstands, der den Konzern bis 2030 profitabler machen soll, sieht Milliardenkürzungen bei Entwicklungsbudgets und den Abbau Zehntausender Stellen vor.

Strategieschwenk nach Problemen

Die Softwarelösungen von Cariad kommen im gesamten VW-Konzern zum Einsatz. Ursprünglich sollte die Tochterfirma große Teile der Software selbst entwickeln. Wegen Problemen bei wichtigen Projekten, die auch den Start einzelner Modelle verzögerten, tauschte der Autokonzern die Cariad-Führung 2023 aus und änderte den Kurs.

Anders als sein Vorgänger Herbert Diess setzt VW-Konzernchef Oliver Blume beim Thema Software auf Kooperationen mit externen Partnern wie Xpeng in China oder Rivian in den USA. Cariad fokussiert sich nun unter anderem auf die Eigenentwicklung von Schlüsseltechnologien wie Fahrdynamik-Software, Cloud-Anwendungen und Infotainment-Systemen.

Nicht der erste Stellenabbau

Bereits in den Vorjahren hat die Softwaretochter mehrfach Stellen abgebaut. Ende 2023 hatte Cariad noch 6.500 Beschäftigte. Zuletzt erfolgte der Abbau sozialverträglich über Abfindungen und Vorruhestandsprogramme. Bis 2029 waren betriebsbedingte Kündigungen zuletzt ausgeschlossen.

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VW ID. Tiguan (getarnt)


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