Hyundai legt den Tucson neu auf. Das Kompakt-SUV tritt in der fünften Generation kantiger und präsenter auf als der Vorgänger, überragt ihn dabei um fünf Zentimeter in der Länge. Dazu gibt es ein neues Bediensystem und teilelektrifizierte Antriebe. Die Markteinführung steht für Anfang 2027 an.
Optisch verabschiedet sich der Neue deutlich von dem dynamisch-futuristischen Auftritt seines Vorgängers und setzt stärker auf Offroader-Elemente – kantige Formen, einen wuchtigen Kühlergrill, ausmodellierte Kotflügel und schützende Kunststoff-Beplankungen an der Flanke inklusive. Wichtiges Gestaltungselement sind zudem die beiden durchgehenden Lichtleisten an Front und Heck, die von senkrechten Tagfahrlichtern bzw. Rückleuchten flankiert sind. Tagsüber eher versteckt in einem zusätzlichen Gehäuse finden sich Abblend- und Fernlicht, je nach Ausstattung kommt eine sogenannte Micro-Pixel-Beleuchtung mit 25.600 einzeln ansteuerbaren LED-Lämpchen zum Einsatz.
Viel Platz
Mit 4,56 Metern Länge positioniert sich der neue Tucson am oberen Ende seines Segments, in dem er auf Wettbewerber wie VW Tiguan, Ford Kuga und Toyota Corolla Cross trifft. Auch Breite und Radstand legen zu, letzterer um vier Zentimeter auf 2,72 Meter. Das Raumangebot auf der bequemen Rückbank ist entsprechend gut, was die Kniefreiheit betrifft. Obwohl die Sitzfläche angenehm hoch ist, bleibt zudem ausreichend Platz über dem Scheitel. Anders als bei E-Autos gibt es einen störenden Mitteltunnel, was die Nutzung des mittleren Fondsitzes beeinträchtigt. Immerhin lassen sich aber die Füße bequem unter den Vordersitzen platzieren.
Hyundai Tucson (2027)
Bei allen Antriebsvarianten mit Ausnahme des Vollhybriden lässt sich die Rückbank um 15 Zentimeter längs verschieben. Das Kofferraumvolumen gibt der Hersteller mit 695 Litern an, was einem kräftigen Zuwachs gegenüber dem Vorgänger entspricht und auf dem Niveau des größeren Schwestermodells Santa Fe liegt. Eine breite Öffnung, die relativ niedrige Ladekante und ein flacher Ladeboden bei umgeklappten Sitzen sollen für hohe Alltagstauglichkeit sorgen.
Wohnliches Ambiente
Im Innenraum setzt Hyundai stärker als bislang auf ein wohnliches Ambiente – zumindest in der vorab präsentierten Top-Variante, in der gute Verarbeitung, weiche Oberflächenmaterialien und ein stimmungsvolles Ambiente-Licht aufeinandertreffen. Clever gestaltet ist die nur auf den ersten Blick etwas zerklüftet wirkende Mittelkonsole, die auf mehreren Ebenen ein geschlossenes Brillenfach, zwei Handyladeschalen und diverse kleinere Ablagen enthält.
Komplett neu ist für den Tucson das Bediensystem, das der Crossover aus dem jüngst vorgestellten E-Auto Ioniq 3 übernimmt und das künftig in allen neuen Modellen der Marke zum Einsatz kommt. Zentrales Element ist ein großer Querformat-Touchscreen in der Mittelkonsole, der zur Steuerung der Infotainment-Funktionen dient. Darunter ermöglichen einige physische Tasten den Schnellzugriff auf Klimaanlage und weitere Standards. Anstelle klassischer Instrumente findet sich hinter dem Lenkrad nur noch ein schmaler Farbbildschirm, der unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit und Navi-Anweisungen darstellt. Hinzu kommen relativ klassische physische Tasten am Multifunktionslenkrad und für die Spiegelverstellung. Dem Gangwechsel dient ein Lenkstockhebel.
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Neu bei den Assistenten ist ein System, das beim Rückwärtsfahren einen zuvor vorwärts gefahrenen Weg automatisch nachlenkt. Das soll unter anderem beim Parken in engen Tiefgaragen helfen. In Kombination mit der optionalen Anhängekupplung ist zudem eine Rangierhilfe für den Anhängerbetrieb an Bord. Maximal kann der Tucson 1.910 Kilogramm an den Haken nehmen.
Drei Antriebsvarianten – kein Diesel
Bei den Antrieben verzichtet Hyundai zugunsten seiner parallel geführten Ioniq-Modellreihe auf eine voll batterieelektrische Variante. Stattdessen gibt es wie im Vorgänger einen Plug-in-Hybrid, diesmal mit 212 kW / 288 PS und 81 Kilometern E-Reichweite, sowie einen 175 kW / 238 PS starken Vollhybrid. Neu ist dort der "HEV Stay Mode", bei dem etwa Klimaanlage, Audiosystem und Stromversorgung für mobile Geräte auch bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor weiterlaufen können. Basistriebwerk bleibt ein 1,6-Liter-Vierzylinderbenziner, der es auf 110 kW / 150 PS bringt. Den im Vorgänger noch angebotenen Diesel gibt es nicht mehr, ein mechanischer Allradantrieb bleibt aber Option.
Produziert wird die Europa-Version des Tucson weiterhin im tschechischen Hyundai-Werk. Darüber hinaus gibt es eine Variante für die USA und weitere Märkte, die die gleiche technische Basis nutzt und optisch sehr ähnlich ausfällt. Mit 4,70 Metern Länge ist sie aber etwas ausladender geraten als das Modell für die hiesigen Märkte.
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