Der Pariser Autosalon bleibt auch 2026 eine der wichtigsten Automessen Europas. Mehr als 100 Aussteller und über 50 Marken zeigen bis 18. Oktober an der Porte de Versailles ihre Neuheiten. Dabei wird die Messe zunehmend zum Schauplatz des Wettbewerbs zwischen etablierten europäischen Herstellern und einer wachsenden Zahl chinesischer Anbieter.

Für Aufmerksamkeit sorgten zum Auftakt unter anderem die Auftritte von Cupra und Opel. Beide Hersteller präsentierten am Montag neue Produkte, nutzten die Bühne aber vor allem für strategische Botschaften. Für Cupra markiert Paris eine Premiere. Erstmals präsentiert sich die spanische Performance-Marke auf dem traditionsreichen Autosalon und ohne Seat. Entsprechend selbstbewusst trat Vertriebschef Sven Schuwirth vor die internationale Presse. Frankreich sei einer der wichtigsten Märkte der Marke und entwickle sich besonders dynamisch in Richtung Elektromobilität. Nach seinen Angaben entfielen im September bereits 42 Prozent der Neuzulassungen auf batterieelektrische Fahrzeuge. Bei Cupra selbst seien inzwischen mehr als 80 Prozent der Bestellungen in Frankreich vollelektrische Modelle.

Die spanische VW-Tochter meldete zum Ende des dritten Quartals weltweit 250.000 ausgelieferte Fahrzeuge und damit ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch wichtiger: Der Auftragseingang liegt laut Cupra um 21 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bis Jahresende sollen mindestens 350.000 Fahrzeuge ausgeliefert werden. Langfristig peilt die Marke 500.000 Verkäufe pro Jahr bis 2030 an. 

Zum Hoffnungsträger entwickelt sich dabei der vollelektrische Kleinwagen Raval. Bereits mehr als 51.000 Bestellungen seien eingegangen, davon rund 7.000 aus Frankreich, so Schuwirth. Damit ist der Raval nach Unternehmensangaben die erfolgreichste Produkteinführung der jungen Markengeschichte. Für 2027 plant Cupra mehr als 100.000 Auslieferungen des Modells. 


Mondial de l'Auto Paris 2026 - Pressetag


Neben dem Serienmodell präsentierten die Spanier in Paris eine gemeinsam mit Abt entwickelte Individualisierungsversion des Raval sowie ihr neues Formel-E-Fahrzeug der vierten Generation. Damit unterstreicht Cupra den Anspruch, Emotionalität, Elektromobilität und Motorsport enger miteinander zu verbinden.

Opel bekennt sich zum Standort Deutschland 

Bei Opel stand dagegen die langfristige Zukunft der Marke im Mittelpunkt. Florian Huettl, Opel-CEO und Deutschland-Chef von Stellantis, nutzte Paris für ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland. Bis 2030 sollen mehr als eine Milliarde Euro in den Standort Rüsselsheim investiert werden. Geplant seien ein neues Entwicklungszentrum, neue Designkapazitäten sowie eine umfassende Modernisierung des Werksgeländes. Gleichzeitig bestätigte Huettl, dass die nächste Generation des Astra weiterhin in Deutschland produziert wird.

Mit dem STX Concept zeigte Opel außerdem einen Ausblick auf die Zukunft des klassischen Kombis. Die kompakte Studie soll demonstrieren, dass Sports Tourer auch im SUV-Zeitalter weiterhin ihre Berechtigung haben. Aerodynamik, Effizienz und hohe Alltagstauglichkeit stehen dabei im Mittelpunkt.


Opel STX Concept


Bis Ende des Jahrzehnts will Opel laut Huettl vier neue Modelle auf den Markt bringen. Der nächste Corsa wird rein elektrisch antreten. Darüber hinaus arbeitet die Marke an einem neuen SUV im C-Segment mit rund 4,50 Metern Länge. Besondere Aufmerksamkeit erhielt Huettls Einordnung der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Leapmotor. Opel wolle dabei die eigenen Kompetenzen bei Fahrwerk, Lichttechnologie, Ergonomie und Fahrzeugentwicklung mit moderner chinesischer Elektro- und Softwarearchitektur verbinden, sagte der Topmanager. Die Geschwindigkeit chinesischer Entwicklungsprozesse bezeichnete er als beeindruckend und als wichtigen Lernimpuls für die europäische Industrie.

Europa-Offensive der China-Marken

Große Beachtung fanden am ersten Pressetag vor allem die chinesischen Hersteller. Kaum eine andere europäische Automesse bietet derzeit eine vergleichbare Bühne für deren Expansion auf dem Kontinent. Mit Marken wie BYD, Denza, Xpeng, Leapmotor, Chery, Omoda, Jaecoo, Geely, Zeekr, Lynk & Co, Changan oder Avatr war die chinesische Industrie so präsent wie nie zuvor. Im Mittelpunkt standen dabei nicht unbedingt günstige Preise, sondern Software, digitale Fahrzeugarchitekturen, Fahrerassistenzsysteme und Schnellladetechnologien. 

BYD präsentierte in Paris beispielsweise den neuen Atto 8 als SUV-Flaggschiff und stellte gleichzeitig seine Flash-Charging-Technologie in den Mittelpunkt. Die Premium-Tochter Denza kündigte zudem die Weiterentwicklung ihres Assistenzsystems "God’s Eye" an. Am Geely-Messestand feierte der Monjaro EM-i PHEV seine Europa-Premiere. Das 334-PS-SUV wird das neue Flaggschiff der Marke. Der Pariser Autosalon 2026 zeigt damit vor allem eines: Der Wettbewerb in Europa wird härter.


Smart #2


Mehr zum Thema entdecken Autohersteller Pariser Autosalon 2026: Rückkehr der "Ente", Angriff aus China Autohersteller Vorschau Pariser Autosalon 2026: Comebacks von "Ente" und Smart Autohandel Motorshow: Messeauftakt in Brüssel

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.