Lange Zeit galten Vans als Auslaufmodelle, verdrängt vom anhaltenden SUV-Boom. Auf dem Pariser Autosalon (bis 18. Oktober) erleben die Raumkünstler nun zumindest ein konzeptionelles Comeback. Während Renault mit dem E-Space Concept an seinen Espace erinnert, knüpft Fiat mit einer wandelbaren Studie an den Multipla an.
Mit dem Namen Multiplay verweist Fiat gleich auf zwei Vorgänger, die viel Platz auf wenig Fläche boten. 1956 transportierte die Fiat 600-Variante Multipla auf rund 3,5 Metern Länge sechs Personen. 1998 folgte der Multipla, der ebenfalls sechs Sitze in zwei Dreierreihen auf knapp vier Metern unterbrachte und mit seiner eigenwilligen Optik polarisierte. Die 2026er Studie misst nun 4,45 Meter und will die Rollen von Van, SUV und Pick-up in einem Fahrzeug vereinen.
Herzstück ist eine "Metamorfosi" genannte Konstruktion rund um die C-Säule. Ein auf Schienen verschiebbares Heckmodul verwandelt den Familien-Sechssitzer mit wenigen Handgriffen in einen viersitzigen Pick-up mit offener Ladefläche, etwa für Fahrräder oder sperrige Sportausrüstung. Der Heckspoiler lässt sich drehen und dient dann als Träger für bis zu zwei Fahrräder.
Fiat Multiplay Concept (2026)
Auch der Innenraum dreht sich um Variabilität. Zu den sechs Sitzplätzen kommt ein zusätzliches Element namens "Petsenger Seat", das wahlweise als Basis für einen Kindersitz, als Platz für den Hund, als Tisch oder als Ablage dient. Ein Teil des Polsters lässt sich als Hundeleine verwenden und in der Tür steckt ein faltbarer Napf. Die dritte Reihe soll anders als in vielen Siebensitzern tatsächlich nutzbar sein und Platz für zwei Kinder oder einen Erwachsenen bieten. Im Stand lässt sich der Beifahrersitz nach hinten drehen und wird so zur Liege unter dem Panoramadach.
Farblich orientiert sich die Studie an einer Wassermelone, mit grüner Karosserie sowie Rot- und Rosétönen im Innenraum. Die Polster bestehen aus nahtlos im 3D-Strickverfahren gefertigten Monomaterial, was Verschnitt reduzieren soll. Der Bildschirm ist in das Armaturenbrett integriert und verschwindet bei ausgeschaltetem Fahrzeug aus dem Blickfeld. Angaben zum Antrieb macht Fiat keine.
Ein konkretes Serienmodell kündigt der Multiplay ausdrücklich nicht an. Fiat versteht die Studie vielmehr als Ideenlabor für künftige Modelle. "Die Bedürfnisse von Familien verändern sich – und dieses Konzept erlaubt uns, Lösungen zu erproben, die sich mit ihnen weiterentwickeln", sagt Markenchef Arnaud Belloni.
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