Leapmotor gehört zu den auffälligsten Newcomern im Stellantis-Umfeld. Die chinesische Marke aus Hangzhou ist erst seit 2024 in Deutschland aktiv, hat hierzulande aber bereits mehr als 13.000 Fahrzeuge vermarktet. Im Segment der rein elektrischen Fahrzeuge liegt der Marktanteil des Stellantis-Joint-Ventures inzwischen bei über zwei Prozent.

Das Rezept: funktionale Elektromobilität zu attraktiven Preisen. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt auch die jüngste Nachricht, dass Opel künftig ebenfalls auf E-Technik von Leapmotor setzen wird und unter dem Blech des nächsten Opel-SUV, das in Spanien gefertigt werden soll, Technik eben dieses Leapmotor B10 stecken wird.

Zwischen dem Stadtflitzer T03 und dem Mittelklasse-SUV C10 positioniert Leapmotor den 4,52-Meter-B10. Wie der C10 ist auch der B10 wahlweise als Hybrid (Details dazu im Kasten) oder als BEV erhältlich. Wir fangen mit dem vollelektrischen Leapmotor B10 an.

Optisch gibt sich das kompakte SUV angenehm zurückhaltend. Das Design ist schlicht, unaufgeregt und stimmig. Besonders am Heck setzt das durchgehende Leuchtband einen markanten Akzent und fügt sich sauber in die Karosserieform ein.


Leapmotor B10 BEV Test (2026)


Beim Thema Alltagstauglichkeit zeigt der B10 Lernbedarf. Das beginnt bereits beim Öffnen des Fahrzeugs. Statt eines klassischen Schlüssels kommt eine NFC-Karte zum Einsatz, die an den Außenspiegel auf der Fahrerseite gehalten werden muss. Wer nur den Kofferraum oder die Beifahrerseite öffnen möchte, muss trotzdem erst um das Auto herum. Das ist im Alltag unnötig umständlich. Okay, via Handy funktioniert es auch und der Zugang kann an beliebig viele Menschen verteilt werden.

Auch die versenkbaren Türgriffe überzeugen nicht vollständig. Sie wirken zwar modern, liegen aber nicht besonders gut in der Hand. Ist man schließlich mit NFC-Karte eingestiegen, muss diese auf die Ablagefläche fürs Handy platziert werden, damit der B10 startbereit ist. In der Praxis sucht man die bruchempfindliche Karte eh dauernd in Jacke, Hose, Geldbeutel oder Tasche - oder sie rutscht eben zwischen Sitz und Mittelkonsole. Ein klassischer Autoschlüssel und konventionelle Türgriffe wären zusätzlich zur Smartphone-Nutzung praktikabler - und teurer.

Deutlich überzeugender präsentiert sich der Innenraum. Das Cockpit ist sehr aufgeräumt und wirkt im besten Sinne clean. Farblich bleibt Leapmotor zurückhaltend: Grau dominiert, passend zu den angebotenen Interieurfarben "Grey", "Light Grey" und "Shadow Grey". Dennoch hinterlässt der Innenraum einen hochwertigen Eindruck. Die Materialien fühlen sich angenehm an, wirken ordentlich verarbeitet und nicht billig - auch wenn viel Kunststoff und Synthetik zum Einsatz kommen. Abheben vom langweiligen China-Einerlei kann sich der B10 damit freilich nicht.

Die Vordersitze sind bequem, ohne besonders spektakulär gestaltet zu sein. Praktisch: Sie lassen sich vollständig zurücklehnen und machen den Innenraum beinahe zur Lounge. In der getesteten "Design"-Variante sind die Sitze beheizt und belüftet.

Auch im Fond überzeugt der B10 mit viel Platz. Besonders der Fußraum in Reihe zwei fällt großzügig aus. Für die Passagiere hinten gibt es zudem USB-Anschlüsse und ein ausklappbares Fach. Die Sicht nach hinten ist allerdings eingeschränkt - ein Problem, das viele Fahrzeuge betrifft. Die kleinen Zusatzfenster helfen nur bedingt. Immer serienmäßig an Bord sind eine 360-Grad-Kamera sowie ein Panoramadach mit Rollo. Letzteres lässt sich allerdings über das Display bedienen.Mit 4,52 Metern Länge, satten 1,89 Metern Breite und 2,74 Metern Radstand bietet der B10 insgesamt großzügige Platzverhältnisse. Die Rücksitzbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen. Dann wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.300 Liter. Zusätzlich gibt es Stauraum unterm Ladeboden.

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