Tech-Dienstleister MotorK erweitert sein Angebot für den Autohandel um eine neue KI-Plattform. Spark Ultra basiert nach Angaben des Softwareanbieters auf knapp 200 Anwendungsszenarien aus dem Alltag von Autohäusern, Händlergruppen und Herstellern. Diese reichen vom ersten Kontakt über die Händler-Website und das Leadmanagement bis zum Aftersales. Im Mittelpunkt stehen konkrete Abläufe statt einzelner KI-Funktionen.
Vom verpassten Anruf bis zum Langsteher
Ein alltägliches Beispiel ist der verpasste Serviceanruf außerhalb der Öffnungszeiten. Das KI-System soll den Anruf transkribieren, das Anliegen erkennen und eine Aufgabe im CRM anlegen. Auch beim Bestandsmanagement kommt KI zum Einsatz: Erhält ein inseriertes Fahrzeug sieben Tage lang keine Leads und verliert auf Fahrzeugbörsen an Sichtbarkeit, kann die Software eine Preisanpassung vorschlagen.
Ein weiteres Szenario verbindet die Fahrzeugkonfiguration mit dem vorhandenen Bestand. Konfiguriert ein Interessent online ein Fahrzeug, soll die Plattform ein möglichst passendes verfügbares Auto des Händlers anzeigen und eine direkte Terminbuchung ermöglichen. Auch das Aftersalesgeschäft gehört zum Konzept. So kann das System beispielsweise 60 Tage vor Ablauf einer Garantie ein Angebot zur Verlängerung anstoßen. "Händler messen die Wirksamkeit von KI daran, welche Probleme sie ihnen vom Tisch nimmt: den verpassten Anruf, das Fahrzeug, das im Bestand steht, den Kunden, der sich anderswo umzusehen beginnt", sagt Xavier Vandame von MotorK.
Vier Bausteine für unterschiedliche Aufgaben
Spark Ultra setzt sich aus mehreren Produkten zusammen. Web Spark Ultra ist für die Website vorgesehen, Stock Spark Ultra für den Fahrzeugbestand und Lead Spark Ultra für das CRM. Hinzu kommt Agent Spark mit KI-Agenten für Web-Chat, Telefon und WhatsApp. Händler können die Anwendungen laut MotorK einzeln einsetzen oder miteinander kombinieren.
In der kombinierten Nutzung sollen die Anwendungen Informationen zu Kunden und Fahrzeugbestand gemeinsam verwenden. Über einen MCP-Server will MotorK zudem die Anbindung externer KI-Anbieter ermöglichen. Damit soll die Plattform nicht auf einen einzelnen KI-Anbieter beschränkt bleiben.
Die knapp 200 erfassten Anwendungsfälle dienen dabei als Ausgangspunkt. Händler können diese laut MotorK an ihre eigenen Prozesse anpassen. Anforderungen sollen sich dafür in natürlicher Sprache beschreiben lassen. "Spark Ultra ermöglicht es Händlern, ihre digitale Umgebung an ihre Arbeitsweise anzupassen, indem sie in natürlicher Sprache beschreiben, was sie brauchen, und die KI-Tools anbinden, die sie bereits nutzen", erklärt Vandame. "Die Szenarien sind der Ausgangspunkt, und jeder Händler kann sie weiterentwickeln."
4.000 Autohäuser als Nutzerbasis
Die technische Basis von Spark Ultra wird nach Unternehmensangaben bereits von rund 4.000 Autohäusern und Händlergruppen sowie 30 Enterprise-Kunden genutzt. MotorK betreibt demnach mehr als 10.500 Händler-Websites. Zudem bestehen Integrationen zu mehr als 50 europäischen DMS. Auf dieser vorhandenen Infrastruktur setzt das Unternehmen mit den neuen KI-Funktionen auf.
MotorK führt Spark Ultra schrittweise in den europäischen Märkten ein. WebSpark Ultra gehört seit September 2026 zum Standardangebot für Neukunden. StockSpark Ultra steht bestehenden StockSpark-Kunden zur Verfügung. LeadSpark Ultra und AgentSpark sollen anschließend Markt für Markt eingeführt werden.
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