Wenige Wochen vor Ablauf der Unterzeichnungsfrist sorgt der neue Händlervertrag von Stellantis weiter für Diskussionen. Während mehrere Händlerverbände Zustimmung signalisiert haben, gibt es aus Teilen des Netzes weiterhin Vorbehalte. Stellantis-Deutschlandchef und Opel-CEO Florian Huettl verteidigt das Vertragswerk und stellt Unterstützung bei den anstehenden Investitionen in Aussicht. 

"Das Führungsteam von Stellantis Deutschland ist in der heutigen Konstellation seit zwei Jahren zusammen. In dieser Zeit haben wir gemeinsam mit unserem Händlernetz intensiv und vertrauensvoll an der Weiterentwicklung unserer Zusammenarbeit gearbeitet", sagt Huettl im aktuellen AUTOHAUS-Interview.

Unterschiedliche Perspektiven auf den neuen Vertrag räumt der Manager ein. Entscheidend sei jedoch, "dass wir heute in der Lage sind, unseren Partnern ein tragfähiges, auskömmliches und zukunftsfähiges Geschäftsmodell anzubieten. Wir wollen jeden einzelnen Investor auf diesem Weg mitnehmen."

Zu den diskutierten Punkten zählen wirtschaftliche Risiken, der Umgang mit Kundendaten sowie die künftige Ausgestaltung digitaler Geschäftsmodelle. Huettl betont, Rückmeldungen aus dem Handel ernst zu nehmen. Gleichzeitig verweist er auf die Zusammenarbeit mit den gewählten Händlervertretungen. "Es wird auch künftig unterschiedliche Meinungen geben. Entscheidend ist, dass wir Lösungen finden, die für beide Seiten tragfähig sind."

Handel soll an digitalen Erlösen partizipieren 

Noch nicht abschließend geregelt ist etwa, wie die Stellantis-Partner künftig an Geschäften rund um "Functions on Demand" oder "Over-the-Air-Services" beteiligt werden. Huettl stellt eine Partizipation grundsätzlich in Aussicht: "Wenn wir Services on Demand künftig stärker ausbauen, werden wir mit unseren Handelspartnern Lösungen entwickeln, die deren Interessen berücksichtigen. Uns ist wichtig, dass der Handel auch an neuen Wertschöpfungsmodellen partizipieren kann."

Eine konkrete Beteiligung soll allerdings nicht im Händlervertrag festgeschrieben werden. Huettl begründet dies mit der Dynamik des Geschäftsfelds. Stellantis wolle die konkrete Ausgestaltung gemeinsam mit seinen Partnern weiterentwickeln, statt sie bereits heute für Jahre vertraglich zu fixieren. 

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Rund 150.000 Euro Investitionsvolumen 

Konkreter wird Huettl bei den Retail-Investitionen, die auf die Betriebe zukommen können. Für einen durchschnittlichen Standort rechnet Stellantis mit etwa 50.000 bis 60.000 Euro allein für die Innen-CI. Diese Kosten übernimmt nach Aussage des Deutschlandchefs der Hersteller. 

Für Außensignalisierung und individuelle bauliche Veränderungen kommen weitere Aufwendungen hinzu. Je nach Standort und Umfang nennt Huettl insgesamt eine Größenordnung von rund 150.000 Euro Investitionsvolumen. Dabei signalisiert er Spielraum bei der Umsetzung: "Niemand soll daran scheitern, dass er nicht alles auf einmal umsetzen kann. Wir erwarten Bewegung und wir bieten Unterstützung." 

Für Stellantis steht damit neben der Unterzeichnung des neuen Vertrags auch die weitere Transformation des Vertriebsnetzes auf der Agenda. Huettl wirbt dafür, diesen Weg gemeinsam zu gehen: "Jeder Händler, der mit uns in die Zukunft gehen will, trifft mit Stellantis auf einen Partner, der ihn begleitet – so, wie das nötig ist."

Das komplette Interview mit Florian Huettl erscheint Anfang November in AUTOHAUS 21/2026!

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