Bei den hohen Ersatzteilpreisen und Werkstattkosten reißen viele Schäden, selbst von jüngeren Gebrauchten, in den Markenwerkstätten problemlos die Grenze zum Totalschaden. Darüber hinaus wird immer mehr fiktiv abgerechnet – Geld, das den Reparaturbetrieben am Umsatz fehlt.
Da zudem überall die Geldbeutel schmaler sind, wird "I statt E", also Instandsetzen statt Ersetzen, immer wichtiger. "Es wird in Zukunft deutlich mehr repariert werden müssen. Der Markt läuft den mittlerweile über 1.000 Betrieben, die das Carbon-Body-Repair-System einsetzen, und uns als Entwickler sowie Hersteller des CBR geradezu entgegen", konstatiert Siegbert Müller, Firmengründer und Vertriebsleiter der Carbon GmbH.
Speziell Lackierer könnten enorm von der handwerklichen Instandsetzung mit dem CBR-Reparatursystem der Carbon GmbH profitieren, betont Müller. Bei der Reparatur des Originalteils entfällt der margenschwache Umsatzanteil für das Ersatzteil. An dessen Stelle steht bei "I statt E" der Zeitaufwand für die eigene Arbeit mit hohem Deckungsbeitrag und Ertragsanteil. Vorteil: die Wertschöpfung bleibt im Betrieb. Technisch und handwerklich gesehen sorgt das 2021 vorgestellte CBR-System dafür, dass die Mitarbeiter wesentlich leichter, schneller und effizienter richten können als mit anderen Richtsystemen, betonen CBR-Anwender.
Werkzeuge sind leichter
Als ersten Grund führt Siegbert Müller dabei die hohe Ergonomie und das niedrige Gewicht der Zugwerkzeuge aus Carbon und kohlefaserverstärkten Kunststoffen an, die bis zu 50 Prozent leichter sind. Dadurch kann nicht nur ermüdungsfreier, sondern auch sehr gefühlvoll und präzise gearbeitet werden. Die erzielbaren Oberflächen benötigen in der anschließenden Lackvorbereitung weniger Zeit- und Materialaufwand.
Hochwertige Ergebnisse bei Alu
Viel wichtiger als bei Karosseriebauteilen aus Stahl ist bei Aluminiumblechen das Vorrichten der Deformation durch den Einsatz der CBR-Klebetechnik. Die Materialeigenschaften von Aluminium machen die Instandsetzung zwar deutlich anspruchsvoller als von Karosserieteilen aus Stahl, doch wer sich nach einer Schulung und etwas Übung an kniffligere Schäden herantraut, wird mit hochwertigen Ergebnissen belohnt.
Das mit dem Bundespreis ausgezeichnete AluRepair VISAR ist im Volkswagen-Konzern für zertifizierte Betriebe der Marken Porsche, Audi, Volkswagen, Bentley und Lamborghini als Pflichtwerkzeug vorgeschrieben. Neben der hohen Prozesssicherheit ein wichtiger Vorteil des VISAR: Dank der patentierten Hubzündung können damit nicht nur die speziell legierten Alu-Bits zuverlässig aufgesetzt, sondern auch Masse- und Gewindebolzen bis 12 mm angeschweißt und Stanznieten effizient gezogen werden.
Die Bultink GmbH mit ihren beiden Standorten in Hagen und Schwerte setzt seit zwanzig Jahren auf die Richtsysteme der Carbon GmbH. Mit knapp neunzig Mitarbeitern gehört das 1985 gegründete Unternehmen im südlichen Ruhrgebiet zu den größten Kfz-Werkstätten mit historisch starkem Fokus auf Karosserie- und Lackierarbeiten.
Zum festen Kundenstamm von Geschäftsführer Bastian Bultink, der sich 2007 dem Identica-Netzwerk angeschlossen hat, gehören neben zahlreichen Versicherern und Schadensteuerern auch drei Porsche-Zentren aus dem Umkreis. "Das Miracle-System hat uns sehr lange beste Dienste geleistet. Das hat super funktioniert. Darum habe ich mir mit der Entscheidung für das Update auf das neue CBR-System wirklich schwergetan", berichtet Bultink.
Originalzustand erhalten
So richtig den Stein ins Rollen gebracht haben dann die fragenden Blicke der Karosserie-Mitarbeiter zu einer Porsche-911er-Seitenwand aus Aluminium. Zu den kalkulierten Kosten für das Ersetzen der Seitenwand weit im fünfstelligen Bereich und dem hohen Arbeitsaufwand gesellte sich die berechtigte Frage nach dem Sinn, das Auto wegen eines relativ überschaubaren Schadens derart auseinanderzureißen. Bastian Bultink: "Selbst wenn alles gut geht und es keine Probleme mit Spaltmaßen oder Windgeräuschen geben sollte: Der Wagen ist nach dem Austausch der Seitenwand ja nie mehr original, und vom Wertverlust will ich schon gar nicht reden.“
Sofort umsetzbare Inhouse-Schulung
Kurzerhand griff Bultink zum Telefon, kontaktierte die Carbon GmbH und beraumte eine Vor-Ort-Schulung zum CBR und AluRepair VISAR an, in welcher der Schaden repariert werden sollte. Die Inhouse-Schulung durch Carbon-Karosserietrainer André Berckner empfanden Bultink und die Karosseriemitarbeiter als besonders praxisnah: "Es wurde von Handwerker zu Handwerker vermittelt – locker, direkt und mit sofort umsetzbaren Ergebnissen. Da waren in der Lackiererei keinerlei Nacharbeiten nötig. Die Jungs waren allesamt begeistert, wie leicht die Werkzeuge in der Hand liegen und wie komfortabel sie damit arbeiten können."
Als nächsten Schritt plant Bultink deshalb eine weitere Schulung, diesmal mit Fokus auf die CBR-Klebetechnik. Das Training direkt im Betrieb sieht Bultink sehr positiv. Auch die Investition in das CBR rechne sich schnell, ist sich Bultink sicher: "Bei ‚I statt E‘ können wir unseren tatsächlichen Aufwand vollumfänglich abrechnen – im Gegensatz zur Erneuerung, wo ich aufgrund der Zeitvorgaben keinerlei Einfluss auf die Reparaturzeiten habe."
Dankbare Kunden
Früher hätten die Kunden immer neue Teile eingebaut haben wollen – das ändere sich jedoch gerade. Einen seiner letzten Schäden, erzählt Bultink, habe er dokumentiert und auf Instagram gepostet. Hier entdeckte der Kunde dann zufällig sein repariertes Fahrzeug. Er rief an und bedankte sich ausdrücklich, hatte er doch von Anfang an keine neuen Teile gewollt – auch wenn der Hersteller darauf bestanden hatte.
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