Bei der insolventen Autohaus König Gruppe kommt Bewegung in die Abwicklung offener Fahrzeugkäufe. In den kommenden Tagen sollen rund 1.100 Kraftfahrzeuge und Motorroller an Kundinnen und Kunden übergeben werden. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rainer Eckert am Donnerstag mit.

"Viele Kundinnen und Kunden haben lange auf ihr Fahrzeug gewartet", sagte Eckert. "Dass wir einem ersten Teil von ihnen ihr Fahrzeug jetzt übergeben können, ist ein wichtiger Schritt." 

Weitere Kaufverträge werden einzeln geprüft 

Für einen Teil der Kunden bleibt allerdings offen, ob und wann sie ihr Fahrzeug erhalten. Nach Angaben des Insolvenzverwalters hängt dies von der Prüfung des jeweiligen Kaufvertrags ab. Geschäftsführung und vorläufige Insolvenzverwaltung arbeiteten daran, Lösungen für möglichst viele Betroffene zu finden.

Die Kunden sollen schrittweise verbindlich über den Stand ihres Kaufs informiert werden. Eckert: "Für alle weiteren Kaufverträge entscheidet sich im Einzelfall, ob und wann ein Fahrzeug ausgeliefert werden kann." 

Verkauf aus dem Bestand beginnt 

Parallel dazu startet Autohaus König mit dem Verkauf von Fahrzeugen aus dem eigenen Bestand. Der Geschäftsbetrieb soll an allen Standorten weiterlaufen, Interessenten können sich dort weiterhin beraten lassen. Informationen zum Verfahren sowie Antworten auf häufige Kundenfragen stellt das Unternehmen auf seiner FAQ-Seite zum Restrukturierungsverfahren bereit. 

Die Autohaus König Gruppe befindet sich derzeit in einem vorläufigen Insolvenzverfahren und soll restrukturiert werden. Laut Eckert bestehen Vereinbarungen mit den Autoherstellern Stellantis und Renault. Zudem laufen Gespräche mit potenziellen Investoren. Ziel sei die Fortführung des Unternehmens sowie die Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen.

Das Unternehmen hatte am 26. August 2026 beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz beantragt. Zu diesem Zeitpunkt soll die Händlergruppe mehr als 212 Millionen Euro an fälligen Verbindlichkeiten gehabt haben. Am 1. September wurde Eckert zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er betreut sowohl die Berliner Gesellschaft als auch deren Tochterunternehmen in Teltow. 

Bericht: Vorwürfe gegen Geschäftsführer 

Unterdessen gerät König-Geschäftsführer Dirk Steeger laut der "Welt" intern immer stärker unter Druck. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente unter anderem über Immobiliengeschäfte des Unternehmens.

Demnach hat das Autohaus König über Jahre Immobilienkäufe finanziert. Mehrere dieser Objekte im Wert von mehreren Millionen Euro sollen heute mehrheitlich einer Gesellschaft gehören, die Steeger zugerechnet wird. Warum dies so ist und wie die Vorgänge im Einzelnen zu bewerten sind, bleibt laut Zeitung offen. Darüber hinaus wird über offene Fragen zum Umgang mit Kundengeldern und zur Finanzierung von Verkaufsfahrzeugen berichtet – ohne Belege zu nennen.

Das Autohaus König ist einer der größten Fahrzeughändler Deutschlands. An zuletzt über 80 Filialen sind mehr als 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Das Portfolio umfasst 18 Marken, darunter Renault, Opel, Fiat, Dacia, Jeep, Suzuki, BYD und Kia.

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