Mit einem umjubelten Auftritt hat Sarah Engels den Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden Deutschlands beim Eurovision Song Contest (ESC) neuen Auftrieb gegeben. Die 33-Jährige erhielt beim ersten ESC-Halbfinale am Ende ihres Songs „Fire“ von den 10.000 Zuschauern in der Wiener Stadthalle viel Zustimmung. Deutschland trat außer Konkurrenz an und ist für das Finale am Samstag bereits gesetzt.

Engels präsentierte „Fire“ mit einem neuen ruhigen Auftakt. Sie bewies Mut, als sie sich auf der von Flammen gesäumten Bühne nervenstark von einem Sockel rücklings in die Arme ihrer vier Tänzerinnen fallen ließ.

Für das Finale des Eurovision Song Contests (ESC) haben sich unter anderem Israel, Schweden und die Favoriten Finnland und Griechenland qualifiziert. Außerdem überzeugten Schweden, Moldau, Serbien, Kroatien, Litauen und Polen sowie – etwas überraschend – Belgien, das bislang bei den Wettbüros eher hinten lag, Jury und Publikum.

Linda Lampenius und Pete Parkkonen aus Finnland präsentieren ihren Song „Liekinheitin“

Akylas aus Griechenland gilt mit seinem Song „Ferto“ als einer der Favoriten

Portugal, Georgien, Montenegro und Estland schieden aus, ebenso San Marino – der für den Beitrag „Superstar“ von Sängerin Senhit extra für zwei Liedzeilen angeheuerte Popstar Boy George konnte daran nichts ändern.

Einzelne Protestrufe für Israel

Der israelische Sänger Noam Bettan wurde vom Publikum freundlich empfangen und begeisterte viele mit seinem Song „Michelle“, dennoch blieben einzelne Buhrufe nicht aus. Die Teilnahme Israels hatte im Vorfeld für große Kontroversen gesorgt.

Fünf Länder blieben dem Song Contest aus Protest gegen das Vorgehen Israels im Gazastreifen fern. Mehrere Organisationen wollen im Laufe der Woche bei Protestaktionen auf das Leid der Palästinenser aufmerksam machen. Sie fordern den Ausschluss Israels vom ESC.

Israelische Fans feiern den Auftritt ihres Landsmanns Noam Bettan

Durch die Show führten souverän und mit Gesangseinlage Victoria Swarovski – sonst Moderatorin von „Let's Dance“ – und der Schauspieler Michael Ostrowski.

Im ersten Halbfinale traten Talente aus 15 Ländern gegeneinander an. Das zweite Semifinale findet am Donnerstag statt. Mit nur 35 Teilnehmern ist es der kleinste Wettbewerb seit 2003. Die Zuschauerzahlen dürften unter den 166 Millionen vom letzten Jahr liegen. Am Samstag steigt das Finale.

Vicky Leandros als Stargast machte den Auftakt

In Wien wird diesmal die 70. Ausgabe des ESC gefeiert. Deshalb begann das Halbfinale nicht mit einem Teilnehmer, sondern mit einem früheren Song-Contest-Star: Vicky Leandros sang eine Kurzversion des Lieds „L'amour est bleu“ mit dem sie 1967 für Luxemburg den vierten Platz in Wien belegte.

Vicky Leandros belegte 1967 für Luxemburg den vierten Platz

Der ESC als eines der größten Musikspektakel der Welt wird dieses Mal von einem großen Polizeiaufgebot geschützt. Es gelten aufgrund der brisanten internationalen Lage strenge Sicherheitsvorkehrungen. So dürfen die rund 90.000 Zuschauer, die Tickets für die insgesamt neun Shows haben, keine Taschen mitbringen.

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