Nach Äußerungen zu Israel und Palästina bei Konzerten von Popstar Ed Sheeran ist US-Rapper Macklemore aus dem weiteren Vorprogramm der Tour des britischen Sängers gestrichen worden.
„Ed Sheeran und sein Team haben entschieden, mich von der The Loop Tour auszuschließen“, teilte Macklemore in einem Post auf Instagram mit. Mehrere Veranstaltungsorte hätten mitgeteilt, dass sie kein Konzert mit Macklemore im Line-up zulassen würden, zitierten US-Medien den Tourveranstalter Messina Touring Group.
In dem Beitrag bezeichnete Macklemore Ed Sheeran als Freund und Bruder, den er seit 13 Jahren kenne. Der Sänger habe ihm gespiegelt, dass Macklemores „Free Palestine“-Rufe auf der Bühne viele Menschen verletzen würden, mit denen er spreche.
Doch Macklemore wolle keine „neutrale Seite“ einnehmen, argumentiert der Rapper in seinem Posting – auch, wenn ihn das Geld und Werbedeals kosten würde. Er wolle seine Haltung jedoch nicht mit Antisemitismus verwechselt sehen. Er hoffe, der Vorgang sei nicht das Ende seiner Beziehung zu „Ed“, wie er den Sänger bei seinem Rufnamen nannte. Seine Tür sei immer offen.
Laut Medienberichten hatte der 43-jährige Rapper auf Konzerten etwa gesagt: „Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine.“
In einem Clip auf Instagram teilte er etwa mit: „An alle meine jüdischen Brüder und Schwestern: Kritik an Israel, Kritik an der Apartheid, die Ablehnung von Völkermord – das ist in keiner Weise eine Kritik an euch. Meine Botschaft gilt dem Frieden, der Liebe dafür, dass alle Menschen mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung behandelt werden.“
Die Organisation Israeli-American Council (IAC) hatte laut Medien daraufhin eine Petition gestartet, in der sie Ed Sheeran dazu aufrief, den Rapper auf seiner Tour nicht weiter auftreten zu lassen.
Der Rapper aus Seattle, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, hat mit seiner Haltung zum Nahost-Konflikt schon öfter für Aufmerksamkeit gesorgt. So verglich er in einem Musikvideo einen Jungen aus dem Warschauer Ghetto mit einem aus dem Gazastreifen. Auf die Terrororganisation Hamas und deren Massaker am 7. Oktober 2023 geht er in dem Song jedoch nicht ein.
Bei einem Auftritt beim Deichbrand-Festival im vergangenen Jahr in Deutschland sagte er auf Englisch: „Ich bin sicher, dass es Menschen gibt – vielleicht sogar hier im Publikum –, denen gesagt wurde, dass es antisemitisch sei, sich gegen den Völkermord Israels am palästinensischen Volk auszusprechen. Lasst euch nicht von der kolonialen Sprache täuschen.“ Der Auftritt des Musikers hatte schon vor dem Konzert bundesweit für Kritik und Empörung gesorgt. Unter anderem der Zentralrat der Juden hatte Macklemore Antisemitismus vorgeworfen.
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