Wegen des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten bleiben von Montag bis Mittwoch mehrere Schulen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geschlossen. Auf einer Liste der Senatsverwaltung für Bildung waren mehr als ein Dutzend Schulen verzeichnet – darunter Grundschulen sowie weiterführende Schulen und Berufsschulen.

„Die Maßnahmen sind aus Gründen der Sicherheit unvermeidbar“, hieß es vom Senat. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Voraussetzungen für eine schnelle Rückkehr zum regulären Schulbetrieb zu schaffen – ob das nach Mittwoch sein werde, sei aber noch unklar.

Für all jene Kinder, die familiär nicht betreut werden können, ist eine Notbetreuung an anderen Schulen eingerichtet. Außerdem gilt: „Kinder, die in anderen Berliner Bezirken andere Unterkunftsmöglichkeiten gefunden haben, können dort als Gastkinder aufgenommen werden.“ Eigentlich sollte der Unterricht nach den Weihnachtsferien am Montag wieder beginnen, einen normalen Schulalltag gibt es aber in vielen Einrichtungen in den nächsten Tagen nicht. Auch die Kitas sind betroffen.

Am frühen Samstagmorgen hatte ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde mehr als ein Dutzend wichtige Leitungen beschädigt. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten ist laut Senatorin Iris Spranger (SPD) authentisch. Der Anschlag sorgt für einen großen Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen waren.

Der Deutschen Presse-Agentur lag ein Schreiben einer Schule in Lichterfelde an die Eltern vor, laut dem die Einrichtung am Montag dicht bleibt. „Wenn Sie momentan mit Ihren Kindern im Warmen und im Hellen sind und dort auch noch bleiben wollen/können, tun Sie das bitte. Wir rechnen momentan damit, dass die Schule frühestens am Donnerstag wieder offen sein wird“, hieß es in der Mail von Samstag weiter.

Grüne wollen Schutz vor Sabotage zur „Chefsache“ machen“

Derweil schalten sich auch überregionale Politiker ein. Der Sicherheitsexperte der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz, sprach sich dafür aus, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zur Sabotage der Stromversorgung im Berliner Südwesten übernimmt: „Zu den linksextremen Anschlägen auf die kritische Infrastruktur gab es in den vergangenen Jahren kaum Ermittlungserfolge“, sagte von Notz dem „Tagesspiegel“. „Ich erwarte, dass der Generalbundesanwalt sich diesen Vorgang nun genau anschaut.“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen forderte zudem, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) müsse den Schutz vor Sabotage und Angriffen auf die kritische Infrastruktur zur absoluten Chefsache machen. Man brauche ein öffentliches Lagebild zu Sabotageaktionen. „Wir müssen genau wissen, wie oft es zu solchen Anschlägen kommt.“ Es gebe vermutlich eine relevante Dunkelziffer, sagte das Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste.

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