Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat Kritik am Krisenmanagement im Umgang mit dem anhaltenden Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt zurückgewiesen. „Wir haben sofort angefangen zu arbeiten, und die Krisenstäbe funktionieren“, sagte sie.

Zur Kritik im jüngsten Jahresbericht des Landesrechnungshofs sagte sie, diese sei inzwischen überholt. Der Bericht sei Ende November veröffentlicht worden. „Er betrifft den Zeitraum 2023 und 2024“, sagte Spranger. „Die Behörden haben in kürzester Zeit das nachgeholt, was in über 30 Jahren vernachlässigt wurde.“

Der Landesrechnungshof hatte kritisiert, die Berliner Katastrophenschutzbehörden seien organisatorisch und personell nicht ausreichend auf Katastrophen und Großschadensereignisse vorbereitet. Er bemängelte außerdem ungeklärte Zuständigkeiten.

Außerdem warnte Spranger vor Fake News, ohne dabei jedoch konkrete Beispiele zu nennen. „Es kursieren falsche Informationen“, sagte sie. „Hier wird bewusst in Kauf genommen, dass Verunsicherung entsteht.“ Sie rief dazu auf, sich bei offiziellen Quellen zu informieren. Dazu zählten die Senatsverwaltungen, Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk sowie weitere Hilfsorganisationen und Behörden. „Dieses Stellen informieren laufend und abgestimmt aus einer Hand“, sagte Spranger. „Das ist mir sehr, sehr wichtig.“

Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Strom. Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin werden voraussichtlich erst Donnerstagnachmittag alle Haushalte wieder am Netz sein.

Die Polizei geht zahlreichen Informationen aus der Bevölkerung nach. Nach Zeugenaufrufen seien Hinweise im „mittleren zweistelligen Bereich“ eingegangen, sagte Polizei-Vizepräsident Marco Langner bei einer Pressekonferenz. Acht davon seien erfolgversprechend.

Zudem habe die Polizei mehrere Hundert Stunden Videomaterial sichergestellt. Dieses müsse nun ausgewertet werden von der Ermittlungsgruppe, die beim für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz der Polizei den Fall bearbeitet. Laut Langner wird überlegt, ob weitere Beamte hinzugezogen werden müssten.

Nach seinen Angaben gab es sehr umfangreiche Tatortarbeiten. Dabei wurden laut Polizei auch sogenannte Mantrailer-Hunde eingesetzt, die darauf trainiert sind, den Geruch einer Person etwa über ein Kleidungsstück aufzunehmen und der Duftspur zu folgen.

Die Federführung der Ermittlungen liegt bei der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Politik und Polizei gehen von einem Anschlag von Linksextremisten aus. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprechen von „Linksterrorismus“.

Inzwischen sollen mehrere Schwimmbäder rund um die Uhr für Betroffene zum Duschen geöffnet. Ein Großteil der Menschen, die in dieser Situation seien, könne nicht duschen, sagte Spranger. Solange die Großschadenslage bestehe, sollen drei Bäder rund um die Uhr öffnen: die Schwimmhalle Finckensteinallee, die Schwimmhalle Hüttenweg und das Stadtbad Lankwitz.

„Dort können die Menschen hingehen, können duschen“, sagte Spranger. Man könne sich dort natürlich auch aufwärmen oder das Handy laden. Das Angebot stehe ab 14 Uhr zur Verfügung und sei kostenlos. In Berlin sind nach einem Brandanschlag seit vier Tagen Tausende Haushalte ohne Strom.

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