CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann verteidigt die Forderung von Kanzler Friedrich Merz (CDU), der Ankurbelung der Wirtschaft für 2026 höchste Priorität einzuräumen. In Deutschland gebe es eine „Beschreibungsangst“, aber jetzt einen Kanzler, der die Dinge nicht schönrede, sagte Linnemann in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv. Deutschland brauche ein „Wirtschaftswunder 2.0“.
Linnemann verwies auf das Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwar sei die Zeit heute mit jener nach den Kriegswirren nicht vergleichbar. Das Land brauche aber einen großen Kraftakt, gegen den die Agenda 2010 des damaligen SPD-Kanzlers Gerhard Schröder ein kleiner gewesen sei. Heute gehe es nicht nur um den Arbeitsmarkt, sondern auch um Reformen für die sozialen Sicherungssysteme und den Abbau von Bürokratie.
In einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten von Union und SPD zum Jahresauftakt hatte CDU-Chef Merz der Ankurbelung der deutschen Wirtschaft für 2026 höchste Priorität eingeräumt. Alle bisher getroffenen Entscheidungen hätten die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands noch nicht hinreichend verbessern können, die Lage sei „in einigen Bereichen sehr kritisch“, heißt es in dem vierseitigen Schreiben des Regierungschefs.
Aus Sicht von Linnemann sollten die Menschen in Deutschland auch mehr arbeiten. „Für mich gibt es keine Tabus“, sagte er auf die Frage nach einer möglichen längeren Lebensarbeitszeit und mahnte dazu offene Diskussionen in der Rentenkommission an. Dass es viel mehr Potenzial gebe, mehr zu arbeiten, sei offenkundig. Die Menschen müssten aber auch sehen, dass es sich lohne.
Auch ein Vorziehen der von der Bundesregierung für 2028 verabredeten Reform der Unternehmenssteuer befürwortet Linnemann. CSU-Chef Markus Söder hatte dies rückwirkend für den 1. Januar 2026 gefordert. „Das sehe ich auch so“, sagte der CDU-Generalsekretär.
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