- Demo mit Trettraktoren vor Dresdner Frauenkirche
- Bauern blockieren A4-Auffahrten bei Schmölln
- Auch A9-Auffahrten in Sachsen-Anhalt blockiert
- Blockaden in Brandenburg und Frankreich
- Sachsens Agrarminister versteht Wut der Bauern
- Grüne EU-Abgeordnete fordert Nachbesserungen am Mercosur-Abkommen
In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und weiteren Bundesländern machen Bauern gegen das geplante Handelsabkommen mit südamerikanischen Mercosur-Staaten mobil. Sie befürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika.
Bauern protestieren mit Trettraktor vor Dresdner Frauenkirche
In Dresden demonstrierten Landwirte vor der Frauenkirche. Organisator ist dort der sächsische Verein "Land schafft Verbindung". Die Bauern hatten Trettraktoren mitgebracht, um den Verkehr nicht zu blockieren.
A4-Auffahrt in Schmölln blockiert
Blockade von A4-Auffahrt durch Bauern bei SchmöllnBildrechte: MDR/Kathrin WelzelAnders in Thüringen. Hier blockieren Landwirte nach Angaben der Autobahnpolizei seit dem Morgen mit mehreren Traktoren die Auffahrten zur Autobahn A4 in Schmölln. Das Abfahren von der Autobahn sei hier weiterhin möglich. Das Landratsamt Altenburger Land hatte eine Sperrung der Anschlussstelle in beide Fahrtrichtungen ab 6 Uhr angekündigt. Verkehrsteilnehmer wurden gebeten, die benachbarten Anschlussstellen Meerane und Ronneburg zu nutzen.
Proteste an A9-Auffahrten in Sachsen-Anhalt
An der A9 in Sachsen-Anhalt wurde nach Polizeiangaben an den Auffahrten in Coswig (Anhalt), Vockerode, Dessau-Ost und Dessau-Süd protestiert. Die Polizei in Dessau-Roßlau meldete allerdings keine Einschränkungen. Die Teilnehmerzahl wurde mit einer niedrigen zweistelligen Zahl angegeben.
Blockaden in Brandenburg und in Frankreich
Auch in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen demonstrierten Landwirte. So blockierten sie in Brandenburg Auffahrten zur A10 und der A24.
In anderen europäischen Ländern wird ebenfalls protestiert. In Frankreich blockieren die Bauern zum Beispiel Zufahrtsstraßen nach Paris.
Sachsens Agrarminister versteht Wut der Bauern
Sachsens Agrarminister Georg-Ludwig von Breitenbuch äußerte Verständnis für die "Wut der Bauern". Der CDU-Politiker forderte in der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung", das Abkommen müsse so verhandelt werden, "dass die heimische Landwirtschaft nicht unter die Räder kommt". Für südamerikanische Importe müssten die gleichen Produktionsstandards gelten wie für EU-Produkte.
Grüne EU-Abgeordnete für Nachbesserungen am Mercosur-Abkommen
Die grüne EU-Abgeordnete Anna Cavazzini zeigte ebenfalls Verständnis für die Proteste der Landwirte. Sie sagte MDR AKTUELL, das Mercosur-Abkommen werde für die europäischen Bauern erhebliche Auswirkungen haben. So werde unter anderem zusätzliches Rindfleisch aus Brasilien auf den Markt kommen. Das beschleunige auch die Abholzung des Regenwalds. Das Abkommen sei nicht gut und brauche ein Update. Die Mehrheit der Grünen-Fraktion werde im EU-Parlament nicht zustimmen.
MDR/dpa (dni,jks)
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